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Baugewerbe will Wiedereinführung von Meisterzwang

Archivmeldung vom 29.05.2019

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 29.05.2019 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch André Ott
Ein Meisterbrief aus dem Jahr 1926, ausgestellt von der Berliner Handwerkskammer
Ein Meisterbrief aus dem Jahr 1926, ausgestellt von der Berliner Handwerkskammer

Lizenz: Public domain
Die Originaldatei ist hier zu finden.

Angesichts einer zunehmenden Zahl teurer Handwerkerfehler auf deutschen Baustellen fordert das Baugewerbe die Wiedereinführung des Meisterzwangs. Die Liberalisierung vor 15 Jahren habe "eine dramatische Abwärtsspirale in Gang gesetzt, unter der besonders handwerkliche Qualität und Verbraucherschutz leiden", sagte der Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe (ZDB), Felix Pakleppa, der "Süddeutschen Zeitung".

Seither sei es "möglich, sich ohne Qualifikationsnachweis selbständig zu machen - mit verheerenden Folgen für die Bauqualität und einem deutlichen Anstieg der Schadenszahlen", so der ZDB-Hauptgeschäftsführer weiter. Kritik gibt es vor allem an der oft mangelhaften Arbeit von Fliesenlegern. Laut Pakleppa stieg "die durchschnittliche Schadenssumme aufgrund mangelnder Qualifikation" seit 2004 im Schnitt von 9.000 auf zirka 16.000 Euro, für Bauherren könne das, Rechtsstreitigkeiten inbegriffen, "existenzbedrohend werden". 2004 hatte die damalige rot-grüne Bundesregierung in 53 von 94 Handwerksberufen den Meisterzwang abgeschafft, im Kampf gegen die seinerzeit hohe Arbeitslosigkeit. Im Baugewerbe sind davon Fliesen-, Platten-, Mosaik- und Estrichleger betroffen.

Seit der Liberalisierung ist die Zahl der Fliesenlegerbetriebe nach Angaben des ZDB sprunghaft gestiegen. Waren es 2004 bundesweit etwa 12.000, so habe es Ende 2017 schon fast 70.000 gegeben. Rund ein Drittel komme aus Staaten Mittel- und Osteuropas, berichtet die "Süddeutsche Zeitung" unter Berufung auf den Zentralverband Deutsches Baugewerbe. Zugleich habe die Ausbildung erheblich gelitten. Die Zahl bestandener Meisterprüfungen sei von 550 auf 100 pro Jahr abgesackt - ein Minus von 80 Prozent, hieß es weiter. Lehrlinge ausbilden dürfen bis heute nur Handwerksmeister. Der ZDB sieht eine "akute Bedrohung" der dualen Ausbildung. Union und SPD haben sich offen gezeigt für die Klagen der Handwerksverbände. Am 4. und 5. Juni gibt es im Bundeswirtschaftsministerium eine Anhörung, bei der auch der ZDB gefragt ist. Die Große Koalition will, wo nötig, zur Meisterpflicht zurückkehren. Bis Jahresende soll die Entscheidung fallen.

Quelle: dts Nachrichtenagentur

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