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Amazon beendet Streit um illegale In-App-Käufe

Archivmeldung vom 06.04.2017

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 06.04.2017 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Kind mit Handy: Viele bekamen In-App-Rechnungen. Bild: flickr.com/anthony kelly
Kind mit Handy: Viele bekamen In-App-Rechnungen. Bild: flickr.com/anthony kelly

Knapp ein Jahr, nachdem Amazon von einem US-Bundesgericht schuldig gesprochen wurde, Nutzern - darunter viele Kinder - illegale Rechnungen für unautorisierte In-App-Einkäufe gestellt zu haben, beendet der Online-Händler den Rechtsstreit mit der Federal Trade Commision (FTC) .

Diese hat nun wissen lassen, dass der E-Commerce-Riese seine Berufung gegen das vom April 2016 stammende Urteil fallengelassen hat. Damit wird der US-amerikanischen Bundeshandelskommission zufolge der Weg frei für saftige Refundierungszahlungen in Höhe von über 70 Mio. Dollar (rund 65,5 Mio. Euro).

Konsumentenschützer zufrieden

"Dieser Fall demonstriert sehr eindrucksvoll etwas, das eigentlich für alle Unternehmen ein fundamentales Grundprinzip darstellen sollte", erklärt Thomas Pahl, amtierender Leiter der Abteilung Konsumentenschutz bei der FTC: "Man muss immer sicherstellen, dass man die Zustimmung des Konsumenten einholt, bevor man ihm eine Rechnung stellt."

Doch genau das ist der Vorwurf, den die Konsumentenschützer im vergangenen Jahr erfolgreich vor Gericht gegen Amazon eingebracht haben. "Das Gericht hat damals entschieden, dass Amazon illegalerweise Nutzern eine Rechnung für unautorisierte In-App-Einkäufe gestellt hat, die vor allem von Kindern während der Verwendung von mobilen Apps wie etwa Online-Spielen getätigt worden sind, die über den App Store des Unternehmens heruntergeladen wurden", fasst die FTC zusammen.

"Genaue Details folgen" laut FTC

Nun sei der Online-Händler zur Einsicht gekommen und habe angekündigt, keinerlei Berufung gegen das Urteil mehr anzustreben. "Damit wird der Weg für betroffene Konsumenten freigeräumt, Refundierungszahlungen von Amazon einzufordern", betont die US-Handelskommission. Insgesamt gehe es dabei um mehr als 70 Mio. Dollar, die zwischen November 2011 und Mai 2016 mithilfe von In-App-Einkäufen umgesetzt worden sind.

Wann genau der Refundierungsprozess losgehen soll, ist im Moment aber noch unklar. Laut Informationen der FTC könnte er aber schon "in Kürze" starten. Am Ende könnte es für Amazon teuer werden. Denn ein Ansuchen des Online-Händlers, geschädigte Kunden lediglich in Form von Geschenkgutscheinen abzuspeisen, ist bereits im November vergangenen Jahres von einem US-Bezirksgericht abgeschmettert worden. "Genaue Details zum Refundierungsprogramm, das Amazon umsetzen wird, folgen noch", erklärt die FTC.

Quelle: www.pressetext.com/Markus Steiner

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