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Sparkassenpräsident kritisiert Geldpolitik der EZB

Archivmeldung vom 30.12.2014

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 30.12.2014 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Dennis Witte
Georg Fahrenschon Bild: georg-fahrenschon.de
Georg Fahrenschon Bild: georg-fahrenschon.de

Sparkassenpräsident Georg Fahrenschon hat scharfe Kritik an der Geldpolitik der EZB geübt und für 2015 eine Zinswende gefordert. Die bisherigen Entscheidungen hätten "nicht die erwünschten Effekte gebracht, im Gegenteil", sagte Fahrenschon der "Saarbrücker Zeitung" . Vielmehr werde die Krise in einigen Staaten der Euro-Zone nur noch vertieft, wenn man den Druck mit niedrigen Zinsen wegnehme und notwendige Reformen unterblieben.

Das Übermaß an Zentralbankgeld setze zudem die klassische Funktion von Zinsen außer Kraft und führe zu Ausschlägen auf vielen Teilmärkten. Als Beispiele nannte er Antiquitäten oder Oldtimer. "Wenn das zum Normalzustand wird, funktionieren viele wichtige Grundsätze nicht mehr. Zum Beispiel, dass sich Sparen lohnt, dass sich Vorsorge lohnt, dass sich Vorsichtigkeit lohnt. Das alles wird beschädigt." Fahrenschon kritisierte, dass die EU-Staats- und Regierungschefs die EZB zum zentralen Krisenmanager gemacht hätten, "das ist aber eigentlich nicht ihre Aufgabe."

Für das kommende Jahr forderte er von der EZB, dass sie "ähnlich wie die Fed in den USA" frühzeitig von sich aus das Thema Zinswende besetze und entsprechende Signale aussende. "Niemand darf für alle Ewigkeit auf so niedrige Zinsen setzen." Auf die Gefahr von Negativzinsen angesprochen sagte Fahrenschon, auch dieses Thema zeige, welche Auswirkungen die EZB-Politik habe. Für die Sparkassen sei es "selbstverständlich, dass es für private Spareinlagen keine Negativzinsen geben darf". Man tue alles, um die Kunden vor den gefährlichen Auswirkungen des niedrigen Zinsniveaus zu schützen.

Quelle: dts Nachrichtenagentur

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