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Ifo-Chef Sinn prangert deutsche Exportüberschüsse an

Archivmeldung vom 13.11.2013

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 13.11.2013 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Doris Oppertshäuser
Hans-Werner Sinn (2008) Bild: Jan Roeder, Krailling / de.wikipedia.org
Hans-Werner Sinn (2008) Bild: Jan Roeder, Krailling / de.wikipedia.org

Hans-Werner Sinn, Präsident des Münchner Ifo-Instituts, prangert die deutschen Exportüberschüsse an. "Die hohen Überschüsse der vergangenen Jahre sind historisch eher die Ausnahme. Es ist ungesund, Überschüsse in Höhe von sieben Prozent der Wirtschaftsleistung zu haben", sagte Sinn im Gespräch mit der Wochenzeitung "Die Zeit". Damit erhalten die internationalen Kritiker der deutschen Wirtschaftspolitik Beistand von ungewohnter Seite. Zuletzt hatte die US-Regierung die deutsche Exportstärke als problematisch bezeichnet, aus Brüssel droht der Bundesrepublik eine Abmahnung wegen der hohen Überschüsse.

Laut Sinn sind die Exportüberschüsse für Deutschland ein Verlustgeschäft, weil Spargelder ins Ausland abfließen und womöglich nicht zurückbezahlt würden. "In Griechenland zum Beispiel gab es einen Schuldenschnitt. Ein Teil der deutschen Ersparnisse im Ausland wurde also einfach ausradiert." Es sei deshalb sinnvoller, Geld im Inland auszugeben. "Es wäre besser gewesen, mehr in Deutschland zu investieren, um die heimische Wirtschaft produktiver zu machen. Die Exportwirtschaft hat gute Geschäfte gemacht, aber weite Teile der Bevölkerung haben davon nicht profitiert", sagte er.

EU-Kommission prüft Deutschlands Exportüberschuss

Die EU-Kommission wird den Exportüberschuss Deutschlands und seine Ursachen erstmals einer eingehenden Prüfung unterziehen. Die Kommission habe Bedenken wegen der Exportstärke der Bundesrepublik und werde diese deshalb unter die Lupe nehmen, teilte die EU-Behörde am Mittwoch in Brüssel mit. Neben Deutschland werde auch Luxemburg dem Verfahren unterworfen. Die Kommission erachtet einen Leistungsbilanzüberschuss von über sechs Prozent der Wirtschaftsleistung als stabilitätsgefährdend. Im ersten Halbjahr des laufenden Jahres betrug der Überschuss von Deutschland 7,2 Prozent. Im Frühjahr des kommenden Jahres sollen die Ergebnisse der Brüsseler Prüfung vorliegen. Im Extremfall droht der Bundesrepublik ein Bußgeld von 0,1 Prozent der Wirtschaftsleistung oder knapp 2,7 Milliarden Euro.

Quelle: dts Nachrichtenagentur

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