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Korruption – das unbekannte Risiko

Archivmeldung vom 08.12.2010

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 08.12.2010 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Manuel Schmidt
Bild: Rainer Sturm / pixelio.de
Bild: Rainer Sturm / pixelio.de

Zukünftige Fach- und Führungskräfte haben hinsichtlich der rechtlichen Konsequenzen von korruptem Verhalten deutliche Wissenslücken. Dies geht aus einer aktuellen Untersuchung des Schweizerischen Instituts für Entrepreneurship (SIFE) und der Forschungsstelle für Wirtschaftspolitik (FoW) der HTW Chur hervor, die rechtzeitig zum Antikorruptionstag der Uno vom 9. Dezember publik wird. Von sieben zu beurteilenden Fallbeispielen zur Korruptionsproblematik konnten die Befragten nur gut zweieinhalb richtig einschätzen.

Nach Schätzungen der Weltbank werden weltweit jährlich Bestechungsgelder in Höhe von mehr als 1‘000 Milliarden US-Dollar bezahlt. Viele der Wachstumsmärkte von Schweizer Unternehmen liegen in Ländern mit einem hohen Korruptionsrisiko. Dennoch sind viele zukünftige Fach- und Führungskräfte nicht in der Lage, korruptes Verhalten richtig einzuschätzen. Dies ergab eine Umfrage der Hochschule für Technik und Wirtschaft HTW Chur an Schweizer Hochschulen. Dabei wurden im Sommer 2010 mehr als 1‘800 Studierende aller Fachrichtungen befragt.

Im Durchschnitt konnten die Befragten lediglich 2,6 der sieben vorgelegten Fallbeispiele richtig beurteilen. Besonders hoch war der Grad der Unkenntnisse in Bezug auf die Auslandskorruption. Nur knapp ein Fünftel der Befragten ist sich bewusst, dass die Bestechung eines ausländischen Amtsträgers auch in der Schweiz strafrechtlich geahndet wird.

Bei einer Aufschlüsselung nach Studiengängen waren Jurastudenten im Vergleich zu Studierenden anderer Fachrichtungen etwas häufiger in der Lage, die rechtlichen Konsequenzen korrupter Handlungen richtig einzuschätzen. Mit einem Schnitt von 3,3 von insgesamt sieben zur Auswahl stehenden Fällen weisen aber auch sie erhebliche Wissensdefizite auf.

Die Ergebnisse der Studie machen deutlich, dass auf dem Gebiet der Korruptionsprävention noch erheblicher Sensibilisierungs- und Schulungsbedarf besteht. Hier sind neben den Hochschulen auch die Politik und die Unternehmen gefordert.

Quelle: Hochschule für Technik und Wirtschaft HTW Chur

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