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Zeitung: Deutsche Exporte durchbrechen Dienstag die Billionengrenze

Archivmeldung vom 02.11.2015

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 02.11.2015 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Manuel Schmidt
Bild: Gerd Altmann / pixelio.de
Bild: Gerd Altmann / pixelio.de

Am kommenden Dienstag werden die Ausfuhren der deutschen Wirtschaft einen Meilenstein erreichen: Güter und Dienstleistungen im Wert von mehr als einer Billion Euro werden bis dahin in diesem Jahr ins Ausland verkauft worden sein. Das hat eine noch unveröffentlichte Berechnung des Außenhandelsverbands BGA ergeben, berichtet die "Welt am Sonntag".

In den zurückliegenden Jahren war die Billionen-Schwelle deutlich später erreicht worden, 2014 etwa am 21. November und 2013 am 2. Dezember. Dementsprechend rechnet der BGA auch damit, dass im Gesamtjahr 2015 ein neuer Exportrekord erreicht wird. 1,19 Billionen Euro sollen bis Jahresende zusammenkommen.

"Gott sei Dank ist die deutsche Wirtschaft breit aufgestellt und profitiert von der wirtschaftlichen Erholung in den traditionellen Absatzmärkten", sagte BGA-Präsident Anton Börner. 2015 hat insbesondere der Handel mit den USA stark zugelegt.

Börner sieht die deutschen Exporteure in den kommenden Jahren jedoch erheblichen Risiken ausgesetzt. "Uns brechen viele Märkte weg, Russland, die Ukraine, der Nahe Osten, Nordafrika. Das sind keine Bagatellen", so Börner. Die Folge sei, "dass die deutsche Exportwirtschaft immer abhängiger von den Ländern und Regionen wird, in denen das Geschäft noch gut läuft. Das macht uns anfällig für Schocks, gar zu leicht kann es eine Spirale nach unten geben." Hier sei die Bundesregierung gefragt: "Wir erwarten von der Politik, dass sie sich um Krisen kümmert, bevor sie sich zu Tsunamis auswachsen."

Große Sorgen macht sich Börner insbesondere um das Russland-Geschäft. Russland ist seit Jahren der viertwichtigste Markt für deutsche Exporteure außerhalb der EU - gleich nach den USA, China und der Schweiz. "Der Zug geht nach Süden", sagte Börner. "Es geht immer weiter runter."

Im Jahr 2012 hatten deutsche Firmen noch Güter und Dienstleistungen im Wert von 38 Milliarden Euro nach Russland geliefert. Dieser Wert fiel bis vergangenes Jahr auf 29 Milliarden Euro. 2015 war der Einbruch mutmaßlich sogar noch stärker als in den beiden Vorjahren. "In diesem Jahr dürften die deutschen Ausfuhren nach Russland um rund ein Drittel zurückgehen", sagte BGA-Chef Börner. Das entspräche einem Exportvolumen von 19 Milliarden Euro - und dem geringsten Wert seit zehn Jahren. Kurzfristige Besserung ist nicht in Sicht.

"Auch 2016 werden wir noch einmal einen Rückgang haben, wenn auch keinen so drastischen", sagte Börner. "Der einzige Bereich, in dem das Auslandsgeschäft noch läuft, ist der Energiesektor." Auch eine mittelfristige Erholung des Russlandhandels hält der BGA für nicht ausgemacht. "Wir brauchen Vertrauen, Planungssicherheit, stabile Rahmenbedingungen", so Börner. "All das haben wir nicht."

Und man könne solche Faktoren auch nicht ohne Weiteres wiederherstellen. "Selbst wenn Wladimir Putin jetzt Schalmeientöne anstimmen sollte, dauert es Jahre, vielleicht sogar ein Jahrzehnt, bis sich die deutsch-russischen Wirtschaftsbeziehungen wieder normalisiert haben."

Quelle: dts Nachrichtenagentur

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