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Deutsche Industrie verliert an Wettbewerbsfähigkeit

Archivmeldung vom 02.03.2020

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 02.03.2020 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch André Ott
Deutsche Arbeitnehmer verdienen kaum mehr als der EU-Durchschnit (Stand 2019)
Deutsche Arbeitnehmer verdienen kaum mehr als der EU-Durchschnit (Stand 2019)

Bild: AfD Hessen

Schon vor den Belastungen durch das Coronavirus hat Deutschlands Verarbeitendes Gewerbe stark an Wettbewerbsfähigkeit eingebüßt. Das zeigt eine bisher unveröffentlichte Untersuchung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln, über welche die "Welt" berichtet. Allein in den ersten drei Quartalen des Jahres 2019 haben die deutschen Lohnstückkosten zum Vorjahreszeitraum um 6,7 Prozent zugenommen.

Lohnstückkosten sind durch das Verhältnis von Arbeitskosten (vor allem Löhne und Sozialabgaben) und Produktivität bestimmt. "Die überdurchschnittlich hohe Produktivität hierzulande hat zuletzt nicht mehr ausgereicht, um den Nachteil der hohen Arbeitskosten zu kompensieren", sagte Christoph Schröder, Arbeits- und Tarifexperte beim IW. Zwar entwickelt sich die Produktivität auch in anderen Ländern nicht dynamisch, doch die Verteuerung der Produktion ist in kaum einer anderen Volkswirtschaft so stark ausgeprägt wie in Deutschland. In den 27 Ländern, die das arbeitgebernahe Institut analysiert hat, betrug der Anstieg in dem Zeitraum knapp drei Prozent. Nach Schröders Einschätzungen ist der deutsche Lohnstückkostenvorteil gegenüber den übrigen Euro-Ländern jetzt so gering wie zuletzt 2002.

Anders als oft angenommen, verschafft der Euro Deutschland also keinen Vorsprung. "Seit 1999 ist die deutsche Lohnstückkostenposition gegenüber dem Ausland insgesamt annähernd konstant geblieben", so der Experte. Teurer ist die Fertigung insgesamt nur in fünf Staaten, darunter Großbritannien und Frankreich. Allerdings spielt das Verarbeitende Gewerbe für beide Volkswirtschaften eine deutlich geringere Rolle als für die deutsche. Die US-Industrie kann auf den Weltmärkten dagegen mit Lohnstückkosten aufwarten, die ein Fünftel niedriger sind als die hiesigen. Die japanische Fertigung ist sogar rund ein Viertel günstiger. In fast allen Ländern des Euro-Raums lassen sich Güter billiger herstellen als in der Bundesrepublik: Im Schnitt liegen die Lohnstückkosten in Europa acht Prozent niedriger. Der Spielraum für Arbeitnehmer, mehr Lohn zu verlangen, ohne den eigenen Betrieb international in die Defensive zu bringen, dürfte durch die Verschlechterung der Wettbewerbsposition 2020 kleiner ausfallen, als bisher bekannt.

Quelle: dts Nachrichtenagentur


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