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DIW-Chef Fratzscher kritisiert Vorstoß der Metall-Arbeitgeber gegen Flächentarif

Archivmeldung vom 23.07.2019

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 23.07.2019 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Andre Ott
Marcel Fratzscher (2017)
Marcel Fratzscher (2017)

Foto: FlickreviewR
Lizenz: CC BY-SA 2.0
Die Originaldatei ist hier zu finden.

Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, hält die Kritik des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall an angeblich überzogenen Tarifforderungen der IG Metall für unbegründet. "In der Metall- und Elektroindustrie wird sicher gut verdient. Zugleich ist diese Branche aber sehr wettbewerbsfähig", sagte Fratzscher der "Saarbrücker Zeitung".

Fratzscher weiter: "Maßlos hieße, nicht mehr wettbewerbsfähig zu sein. Doch das ist nicht der Fall". Fratzscher erinnerte an den aktuellen Tarifvertrag in der Branche, der eine Lohnsteigerung um 4,3 Prozent, plus Sonderzahlungen, über eine Laufzeit von 27 Monaten vorsehe. "Bei einer Inflation von 1,5 Prozent pro Jahr kann man da wirklich nicht von einer exzessiven Größenordnung reden", meinte der Ökonom.

Zugleich warnte er vor einer wachsenden Tariflosigkeit in Deutschland. "Es ist eine verhängnisvolle Entwicklung, dass inzwischen nur noch etwa die Hälfte aller Arbeitsverträge einem Tarifvertrag unterliegt." Das führe dazu, dass die Schwächsten noch mehr geschwächt würden. "Wenn man sich die Lage der Unternehmen in Deutschland insgesamt anschaut, dann ist die schleichende Aushöhlung der Tarifbindung durch die Arbeitgeberseite nicht nachvollziehbar", erklärte Fratzscher. So sei der Anteil der Wirtschaftsleistung, der an die Beschäftigten per Lohnzahlung gehe, in Deutschland mittlerweile stärker gesunken als in fast allen anderen Industrieländern. "Insofern haben wir hier auch einen Nachholbedarf", meinte der DIW-Chef.

Quelle: Saarbrücker Zeitung (ots)

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