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Berlin und Paris einigen sich auf gemeinsame Strategie bei geplanter Fusion von EADS und BAE

Archivmeldung vom 01.10.2012

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 01.10.2012 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Manuel Schmidt
Die European Aeronautic Defence and Space Company (EADS) ist Europas größter Luft- und Raumfahrt-, sowie zweitgrößter Rüstungskonzern. Bild:  wikipedia.org
Die European Aeronautic Defence and Space Company (EADS) ist Europas größter Luft- und Raumfahrt-, sowie zweitgrößter Rüstungskonzern. Bild: wikipedia.org

Berlin und Paris haben sich auf eine gemeinsame Strategie bei der geplanten Fusion des europäischen Luft- und Raumfahrtunternehmens EADS mit der britischen Rüstungsfirma BAE Systems geeinigt. Das berichtet das Nachrichten-Magazin "Der Spiegel" in seiner am Montag erscheinenden Ausgabe.

Danach wollen beide Regierungen jeweils neun Prozent an dem neuen Konzern halten. Mit dieser Position würden beide Länder diese Woche in die Verhandlungen mit der britischen Regierung eintreten, sagten Spitzenbeamte.

Deutschland müsste dafür über die staatseigene KfW-Bank EADS-Aktien vom bisherigen Besitzer, dem Daimler-Konzern, erwerben. Entsprechende Mittel sind im Bundeshaushalt schon bereitgestellt. Allerdings gibt es im Parlament zunehmend Bedenken gegen die geplante Megafusion. "Die Unterstützerfront bröckelt", fasst ein Abgeordneter der Regierungskoalition die Stimmung zusammen. Es fehlten konkrete Zusagen über den Erhalt der deutschen Standorte. Man wolle, so steht es im Forderungskatalog des Wirtschaftsministeriums an EADS, einen von drei Hauptsitzen des neuen Konzerns, und zwar "einen, der mehr ist als nur ein Klingelschild an der Tür".

EADS und BAE werben eindringlich für Fusion

Thomas Enders, Vorstandsvorsitzender des Luft- und Raumfahrtkonzerns EADS, und Ian King, Chef der britischen Militärfirma BAE, haben eindringlich für ihren geplanten Zusammenschluss geworben. In einem Gastbeitrag für die "Süddeutsche Zeitung" (Montagsausgabe) schreiben die beiden Vorstandschefs: "Wenn sich die Gelegenheit ergibt, etwas noch Größeres und Besseres zu schaffen, dann müssen wir zugreifen. Wir sind der Meinung: Dieser Zeitpunkt ist jetzt gekommen."

Enders und King betonten gleichzeitig, dass die bisherigen EADS-Großaktionäre - der Daimler-Konzern, die Gruppe Lagardère und der französische Staat - ihre Anteile verkaufen müssen. In dem Namensartikel heißt es: "Wir schlagen vor, die Shareholder-Verträge, die derzeit Daimler, Lagardère und dem französischen Staat die gemeinsame Kontrolle über EADS ermöglichen, aufzuheben. Es würde ein Unternehmen mit einer Verfassung geschaffen, die einen normalen Unternehmensbetrieb erlaubt und allen Anteilseignern - kleinen wie großen - die gleichen Rechte einräumt."

Es müssten gleichzeitig Vereinbarungen gefunden werden, die "die Sicherheitsinteressen der Regierungen wahren, mit denen wir zusammenarbeiten" - bisher sollen das sogenannte Goldene Aktien sein. Die geplante Milliarden-Fusion steht damit vor dem Scheitern, denn sowohl Frankreich als auch Deutschland wollen offenbar auch bei dem neuen Unternehmen mitbestimmen. Besonders Frankreich ist angeblich nicht gewillt, sich als Aktionär zurückzuziehen.

In diesem Punkt geben sich Enders und King dagegen kompromisslos. Möglicherweise wird bereits in dieser Woche endgültig über die geplante Fusion entschieden. Der gemeinsame Aufruf gilt deshalb als ein letzter Akt der Vorwärtsverteidigung in fast aussichtsloser Lage. Die beiden Konzernchefs schreiben weiter: "Das logische Prinzip hinter der Transaktion ist Wachstum, nicht Verschlankung. Das wird sich langfristig positiv auf die Beschäftigungslage und das Finanzergebnis auswirken."

Die beiden Unternehmen könnten "ein Ganzes schaffen, das größer ist als die Summe seiner Teile". Gemeinsam könnte man die internationale Präsenz und die Kundenbasis ausbauen sowie "zyklische Veränderungen in der zivilen Luftfahrt und in den Verteidigungsmärkten noch besser meistern". Sie hätten die Stärke und Stabilität, "um vermehrt in Forschung und Entwicklung zu investieren".

Quelle: dts Nachrichtenagentur

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