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Weidmann rechnet mit Anstieg der Inflation

Archivmeldung vom 15.05.2015

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 15.05.2015 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Manuel Schmidt
Dr. Jens Weidmann Bild: Deutsche Bundesbank
Dr. Jens Weidmann Bild: Deutsche Bundesbank

Bundesbank-Chef Jens Weidmann hält die Sorgen vor einer deflationären Entwicklung in Europa für völlig unbegründet. "Ich gehe davon aus, dass sich die Wirtschaft im Euro-Raum erholt und dass im Zuge dessen die Inflation wieder anzieht - auch weil die Ölpreiseffekte auf die Inflationsrate auslaufen", sagte er dem "Handelsblatt". "Damit sollten die langfristigen Zinsen wieder steigen, auch in Deutschland. Deflationsgefahren, die bis vor einigen Wochen ja noch eifrig diskutiert wurden, sehe ich jedenfalls weniger denn je."

Dass insbesondere die Inflationserwartungen nachgegeben hätten, könne "auch eine Folge der ständigen Diskussion über die vermeintliche Deflation gewesen sein". "Wenn man viel über Deflationsrisiken spricht, spiegeln die Marktpreise das auch irgendwann wider. Dass die Notenbank, der Akteur mit den tiefsten Taschen, mit massiven Anleihekäufen die Finanzmärkte und die Konjunktur beeinflussen kann, bestreitet doch niemand, auch ich nicht."

Das Programm zum Ankauf von Staatsanleihen (QE) hält der Bundesbank-Chef nicht nur für überflüssig, sondern auch für gefährlich. "Es stellt sich unverändert die Frage, ob das QE-Programm mit Blick auf unser Primärziel, die Preisstabilität, zwingend notwendig war und wie die Risiken und Nebenwirkungen einzuschätzen sind, die ein solches Programm unweigerlich mit sich bringt", sagte er.

Und das EZB-Ratsmitglied ergänzte: "Mit dem QE-Programm werden die Notenbanken des Eurosystems zum größten Gläubiger der Staaten, die Verquickung von Geld- und Fiskalpolitik nimmt weiter zu. Dadurch kann der politische Druck auf die Notenbanken bei künftigen geldpolitischen Entscheidungen steigen, zumal der Reformelan in den Mitgliedstaaten zusätzlich geschwächt wird."

Quelle: dts Nachrichtenagentur

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