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US-Verschuldungskrise bedroht den deutschen Außenhandel

Archivmeldung vom 22.11.2011

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 22.11.2011 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Bild: Gerd Altmann/Shapes:AllSilhouettes.com  / pixelio.de
Bild: Gerd Altmann/Shapes:AllSilhouettes.com / pixelio.de

New York (Das "Super Committee" sollte endlich für Bewegung im zähen Ringen um den US-Staatshaushalt sorgen, doch es folgte erneut der altbekannte Zustand: Stillstand. Die jeweils sechs Abgeordneten der Demokraten und Republikaner sind bei dem Versuch gescheitert, die Spareinschnitte nach dem Gießkannenprinzip, der lange befürchtete "Sequester", sowohl in zivilen als auch in militärischen Ausgabenprogrammen, zu verhindern. Jetzt spricht vieles dafür, dass die Kürzungen kommen.

"Während der hochdramatisch verlaufenen Parlamentsdebatten des Sommers machte die Republikanische Fraktion den Kollegen von der Demokratischen Partei und ebenfalls dem Weißen Haus unmissverständlich klar, einer Erhöhung der Verschuldungsobergrenze nur unter der Prämisse zuzustimmen, dass im Staatshaushalt binnen zehn Jahren mindestens 1,2 Bill. US$ eingespart werden und dies, ohne die Steuern anzuheben", so Ullrich Umann, Repräsentant von Germany Trade & Invest in New York.

Bereits im Sommer hatte Standard & Poor´s das Kreditrating der USA herabgestuft. Nun ist zu befürchten, dass andere Agenturen nachziehen. Die Reaktion der Wall Street wird nicht lange auf sich warten lassen. Neben der europäischen hält nun auch noch weiterhin die Vertrauenskrise in den USA das korporative Amerika von einem größeren Engagement in der Wirtschaft ab. Geld wäre vorhanden; auf ca. 2 Bill. $ werden die Barbestände der Unternehmen geschätzt.

Dass diese riesigen Beträge auf den Geschäftskonten verbleiben, bezeichnen die Unternehmen als ihre Art der Krisenvorsorge, für den Fall einer neuerlichen ökonomischen Talfahrt. Kurz- bis mittelfristiges Vertrauen in eine wirtschaftlich erfolgreiche Zukunft ist seit dem amtlich festgestellten Ende der letzten Rezession im Jahr 2009 ohnehin nie wirklich wieder aufgekommen. Für eine erfolgreiche Bekämpfung der Arbeitslosigkeit oder gar Bereinigung von Strukturproblemen, etwa in der Energiewirtschaft oder bei der Rehabilitierung der Infrastruktur, hat das Engagement nicht gereicht.

Die deutschen Exporte sind durch die Verschuldungskrise in den USA bislang nicht betroffen. In den ersten acht Monaten 2011 legten die Lieferungen aus Deutschland auf Basis des analogen Vorjahreszeitraums um 20,7% zu. Am schnellsten wuchsen mit 28,9% die Lieferungen von Maschinen und Anlagen, gefolgt von der Elektrotechnik mit 26,9% sowie Mess- und Prüftechnik mit 26,0%. Doch könnte sich das Exportwachstum abschwächen. Ein dramatischer Rückgang der staatlichen Nachfrage nach Gütern und Dienstleistungen ist auf Grund der aktuellen Ereignisse in Washington schon einmal vorprogrammiert. Aber auch Deutschlands Hauptkunde in den USA, die Industrie, wird mit Investitionen zurückhaltender sein. Die Auswirkungen der amerikanischen Kompromisslosigkeit werden bis nach Deutschland zu spüren sein.

Quelle: Germany Trade and Invest (ots)

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