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Firmengeschäft in Asien: Jede zweite Rechnung nach Ablauf der Zahlungsfrist unbezahlt

Archivmeldung vom 16.06.2021

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 16.06.2021 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Sanjo Babić
Kaspisches Meer (Asien)
Kaspisches Meer (Asien)

Foto: Uwe Dedering
Lizenz: CC BY-SA 3.0
Die Originaldatei ist hier zu finden.

Aktuelles Atradius-Zahlungsmoralbarometer zeigt, wie sehr Firmen in Asien unter Druck geraten sind. Experten warnen, dass die Situation noch angespannter werden könnte. Laut des aktuellen Atradius-Zahlungsmoralbarometers für Asien waren in der Region zuletzt 50 % der Rechnungen im Firmengeschäft nach Ablauf der Zahlungsfrist noch nicht bezahlt.

Viele der befragten Unternehmen in der Region spüren die Auswirkungen der durch die Corona-Pandemie hervorgerufenen globalen Rezession. Rund 40 % der Umfrageteilnehmer sind pessimistisch hinsichtlich der Entwicklung ihrer Forderungslaufzeit (Days Sales Outstanding, DSO) in den kommenden Monaten. 25 % äußern sich besorgt über ihre Liquiditätslage, da die Pandemie in Asien weiter anhält.

Insgesamt berichten 40 % der befragten Lieferanten in Asien von einem Anstieg der Zahlungsverzögerungen ihrer Firmenkunden im vergangenen Jahr. Bei diesem Wert gibt es allerdings zum Teil große Unterschiede unter den befragten Ländern. Durchschnittlich 48 % der Befragten geben an, dass sie Korrekturmaßnahmen ergreifen mussten, um die Auswirkungen von Zahlungsausfällen auf ihr Geschäft und ihre Liquidität zu reduzieren, wobei Indonesien mit 60 % den höchsten Wert aufweist. Zu den Maßnahmen der befragten Firmen gehört die Verzögerung von Zahlungen an die eigenen Lieferanten. 40 % der Befragten in Asien gaben dies an, wobei die Vereinigten Arabischen Emirate mit 47 % den höchsten Wert aufweisen. Durchschnittlich 31 % der Studienteilnehmer mussten zusätzliche externe Finanzierungen in Anspruch nehmen, um ihren eigenen Verpflichtungen nachzukommen, der höchsten Wert hierbei meldeten die Unternehmen in Hongkong mit 37 %. Dies könnte erklären, warum 25 % der befragten Unternehmen in Asien Bedenken hinsichtlich der Aufrechterhaltung eines angemessenen Cashflows in den kommenden Monaten äußerten. Am größten ist diese Sorge in Singapur, 32 % der befragten Firmen gaben dies als Unsicherheitsfaktor an.

Die diesjährigen Umfrageergebnisse zeigen jedoch auch, dass die Geschäftsstimmung in der Region insgesamt positiv ist. Dies ist auf die allgemeine Erwartung einer Erholung der heimischen Wirtschaft zurückzuführen, die wiederum vom Impffortschritt in den einzelnen Ländern abhängt.

Andreas Tesch, Chief Market Officer von Atradius, erklärt: "Das Atradius Zahlungsmoralbarometer zeigt kommende Entwicklungen in den Märkten weltweit auf. Trends, wie der jährliche Anstieg der DSO, können ein frühes Warnzeichen dafür sein, dass eine Branche unter Stress steht. Obwohl sich die Weltwirtschaft dieses Jahr voraussichtlich erholen wird, bleiben erhebliche Risiken bestehen. Das jüngste Wiederauftreten von COVID-19-Fällen in vielen Teilen Asiens könnte eine Gefahr für die kurzfristige wirtschaftliche Erholung in dieser Region sein. Deshalb ist die Vorhersage künftiger Entwicklungen im Geschäfts- und Handelsumfeld in den wichtigsten Volkswirtschaften der Region immer noch relativ schwierig. Es gibt jedoch einige positive Anzeichen, die darauf hindeuten, dass die kommenden Monate positiver verlaufen können."

Kreditmanagement-Prozesse auf dem Prüfstand

Eric den Boogert, Atradius Managing Director für Asien, sagt: "Die insgesamt optimistische Geschäftsstimmung und die Erwartung, dass Lieferantenkredite zunehmend genutzt werden, zeigen: Die Unternehmen haben ein großes Vertrauen in die Regierungen, dass sie die Auswirkungen der Pandemie auf die Wirtschaft minimieren können. Dennoch wird sich der derzeitige Trend bei den überfälligen Rechnungen nicht so schnell umkehren, die Sorgen der Befragten über eine weitere Verschlechterung der DSO sind daher berechtigt. Die Kreditmanagement-Prozesse der Unternehmen werden auf den Prüfstand gestellt werden, und diejenigen Unternehmen, die einen ganzheitlichen und flexiblen Kreditmanagement-Ansatz verfolgen, werden am besten positioniert sein, um durch diese unsichere Phase zu kommen."

Die Befragungen zum Atradius-Zahlungsmoralbarometer 2021 für Asien wurden im zweiten Quartal 2021 durchgeführt, rund ein Jahr nachdem die Weltgesundheitsorganisation

COVID-19 zur globalen Pandemie erklärt hat. Die untersuchten Märkte waren Festlandchina, Hongkong, Indonesien, Singapur, Taiwan und die Vereinigten Arabischen Emirate. Die Studienergebnisse können auf www.atradius.de im Menüpunkt Publikationen heruntergeladen werden.

Quelle: Atradius N.V. (ots)

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