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BayernLB kaufte Hypo Alpe Adria wie einen Gebrauchtwagen

Archivmeldung vom 29.03.2010

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 29.03.2010 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt

Die Bayerische Landesbank war beim verlustreichen Kauf der österreichischen Hypo Alpe Adria noch viel leichtfertiger als bisher bekannt. Das belegen interne Mails, über die das Hamburger Magazin stern in seiner neuen, am Mittwoch erscheinenden Ausgabe berichtet. Danach gab es im Management frühzeitig Zweifel an der Werthaltigkeit der Kärntner Bank, mit der die BayernLB bis zum Notverkauf an den österreichischen Staat knapp vier Milliarden Euro Verlust gemacht hat.

Noch vor Zahlung des Kaufpreises schrieb das damalige Vorstandsmitglied Michael Kemmer im September 2007 eine Alarm-Mail. Ihm war aufgefallen, dass die Hypo Alpe Adria einen Großteil ihres Kreditrisikos bei einer Tochtergesellschaft versteckt hatte. "Wir sollten möglichst zeitnah Klarheit über das Ausfallrisiko erhalten", schrieb Kemmer laut stern und fragte, "ob wir im Kaufvertrag eine Bilanz/Eigenkapitalgarantie vereinbart haben." Der Manager wollte also wissen, ob die Verkäufer dafür gerade stehen müssen, wenn die Bank weniger wert ist als bisher angenommen. Die Mail-Antwort von Kemmers Mitarbeitern war ernüchternd: "Alle Forderungen nach Garantien bzw. Wertanpassungsklauseln wurden von der Verkäuferseite strikt abgelehnt." Demgemäß sei gekauft worden "wie besichtigt". Solche Bedingungen gelten üblicherweise beim Gebrauchtwagenkauf.

Weitere Dokumente, über die der stern berichtet, belegen zudem, dass es frühzeitig intensive Kontakte zwischen dem Bank-Investor Tilo Berlin und dem damaligen Chef der BayernLB Werner Schmidt gab. Eine Investorengruppe um Berlin hatte sich im Dezember 2006 an der Hypo Alpe Adria beteiligt und die Anteile im Mai 2007 mit hohem Gewinn weiterverkauft. Zur Zeit prüfen Staatsanwälte in Klagenfurt und München, ob die Berlin-Gruppe schon frühzeitig vom Interesse der BayernLB an der Hypo Alpe Adria wusste und dieses Insiderwissen für ihre Investition nutzte. In Berlins Terminkalender ist nach stern-Informationen bereits im September 2005 ein Treffen mit Werner Schmidt und einem weiteren Vorstandsmitglied der BayernLB vermerkt. Ein zweites Treffen fand im August 2006 statt. Und schließlich ging im Büro von Bankchef Schmidt am 20. Dezember 2006 ein Brief von Tilo Berlin ein. Inhalt: "wie mit Herrn Dr. Berlin besprochen, Unterlagen bezüglich dem Projekt 'Hypo Alpe Adria'". Offizielle Gespräche zwischen BayernLB und Hypo Alpe Adria begannen erst im Januar 2007.

Quelle: stern

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