Direkt zum Inhalt Direkt zur Navigation
Sie sind hier: Startseite Nachrichten Wirtschaft Pharmaindustrie fordert staatliche Absatzförderung für Nachahmer-Produkte von Biopharmaka

Pharmaindustrie fordert staatliche Absatzförderung für Nachahmer-Produkte von Biopharmaka

Archivmeldung vom 06.08.2013

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 06.08.2013 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Bild: Jens Goetzke / pixelio.de
Bild: Jens Goetzke / pixelio.de

Angesichts des schleppenden Absatzes neuartiger Nachahmer-Medikamente für biotechnologisch herstellte Arzneimittel, sogenannte Biosimilars, fordert die Lobby der Hersteller dieser preiswerteren Medikamente Hilfe vom Gesetzgeber. "Wir brauchen klare gesetzliche Vorgaben, mit denen Krankenkassen und Ärzte verpflichtet werden, Biosimilars Vorfahrt zu geben", sagte der Geschäftsführer von Pro Generika, Bork Bretthauer, dem "Handelsblatt".

Weltweit laufen bis 2018 Patente für Biopharmazeutika mit einem Umsatzvolumen von über 50 Milliarden Euro aus. Auf Deutschland bezogen geht es um drei Milliarden Euro. Würden diese durch Biosimilars ersetzt, könnten die Krankenkassen im Jahr 750 Millionen Euro sparen, da der Preis von Biosimilars 20 bis 25 Prozent unter den Originalpreisen liege. Bretthauer verweist darauf, dass die Marktdurchdringung mit Biosimilars bislang von Region zu Region sehr unterschiedlich sei. "Biosimilars sind vor allem in Regionen erfolgreich, wo die Kassenärztlichen Vereinigungen in speziellen Verträgen mit den Kassen den Absatz fördern." So haben die Kassenärztlichen Vereinigungen von Sachsen und Bremen Zielquoten vereinbart. Dort erreichen nach dem jüngsten Arzneimittelreport der Barmer GEK Biosimilars Quoten von 60 bis 70 Prozent. In Regionen ohne Vereinbarungen liege der Anteil deutlich niedriger. Daher müsse der Staat die Ärzteschaft verpflichten, überall solche Vereinbarungen zu schließen, fordert Bretthauer.

Auch die Krankenkassen warnen. Er sei auch für Verordnungsquoten, sagt Barmer-GEK-Chef Christoph Straub. Doch setzt er noch auf "Vertragslösungen zwischen Krankenkassen Pharmaunternehmen und Ärzteschaft." Auch die Politik schreckt bislang vor gesetzlichen Vorgaben zurück.

So bestätigte auf Anfrage des "Handelsblatt" CDU-Gesundheitsexperte Jens Spahn zwar die hohen Einsparmöglichkeiten durch Biosimilars. Er sei aber dafür, es der Selbstverwaltung des Gesundheitswesens zu überlassen, das Problem über freiwillige Vereinbarungen zu lösen.

Quelle: dts Nachrichtenagentur

Videos
Symbolbild
... Und wenn Dein Körper das kleine Corona Problem schon selbst erledigt hat?
Vernon Coleman 2019
Dr. Vernon Coleman: „Das könnte unmöglich passieren! Oder doch?“
Termine
Das Ende der Pandemie - Der Tag der Freiheit / Lockdown-Großdemo
Berlin
01.08.2020
Newsletter
Wollen Sie unsere Nachrichten täglich kompakt und kostenlos per Mail? Dann tragen Sie sich hier ein:
Schreiben Sie bitte mammut in folgendes Feld um den Spam-Filter zu umgehen