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Coronakrise sorgt für weniger neue Ausbildungsverträge

Archivmeldung vom 26.10.2020

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 26.10.2020 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Andre Ott
Bild: Paul-Georg Meister/pixelio.de
Bild: Paul-Georg Meister/pixelio.de

Die Coronakrise trifft Schulabgänger auf der Suche nach einer Lehrstelle erheblich. Die Zahl der neuen Ausbildungsverträge, die bis Ende September bei den Industrie- und Handelskammern registriert worden sind, fiel um 13,7 Prozent auf 259.837, wie der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) auf Anfrage der "Frankfurter Rundschau" (Montagsausgabe) mitteilte.

"Wie uns die Industrie- und Handelskammern berichten, waren wegen der Pandemiebeschränkungen Praktika und Bewerbungsgespräche zeitweise kaum möglich", sagte ein DIHK-Sprecher der Zeitung.

Somit hätten Betriebe und Schulabgänger in diesem Jahr schwerer zueinandergefunden als in den Vorjahren. Es bestehe aber die Chance, junge Menschen noch in Ausbildung zu bringen, die Anbahnung von Ausbildungsverhältnissen habe sich vielfach nur um zwei bis drei Monate nach hinten verschoben. "Seit dem Sommer verzeichnen die IHKs Nachholeffekte", so der DIHK-Sprecher. Ein Ausbildungsstart in den Betrieben sei ohne Probleme noch bis Jahresende möglich. Auch der Deutsche Gewerkschaftsbund hofft noch auf Nachholeffekte, rechnet aber trotzdem mit einem deutlichen Rückgang. "Unter dem Strich gehe ich in diesem Jahr von einem Minus von bundesweit zehn Prozent aus", sagte Matthias Anbuhl, Abteilungsleiter Bildungspolitik beim DGB, der "Frankfurter Rundschau".

Das sei etwas stärker als es in der Finanzkrise 2008 der Fall war, als die Zahl der Ausbildungsverträge um 8,4 Prozent gesunken sei. Anbuhl warnte vor einem "dauerhaften Substanzverlust in der beruflichen Bildung". Bereits nach der Finanzkrise sei es trotz des wirtschaftlichen Booms nicht möglich gewesen, bei den Ausbildungsverträgen auf das Vorkrisenniveau zurückzukehren. Nun könne die durch die Coronakrise verschärfte wirtschaftliche Transformation, zum Beispiel in der Autoindustrie, dazu führen, dass große Unternehmen im kommenden Jahr weniger Ausbildungsplätze anböten. "Das nächste Jahr wird für Ausbildungsbewerber leider nicht einfacher."

Man müsse aufpassen, dass die Coronakrise nicht zur Fachkräfte-Krise werde, sagte Anbuhl weiter. Schon jetzt bilde nur noch jeder fünfte Betrieb aus. Er forderte die Bundesregierung auf, auch strukturelle Maßnahmen zu ergreifen und unterstützte den Vorschlag der Bertelsmann-Stiftung nach einer Ausbildungsgarantie. "Wir brauchen eine Ausbildungsgarantie wie in Österreich. Das heißt, Jugendlichen auf jeden Fall den Eintritt ins erste Ausbildungsjahr zu ermöglichen, entweder über Schulen oder bei außerbetrieblichen Ausbildungsstätten. Und wir müssen die Ausbildungsbetriebe finanziell stärken. Zum Beispiel durch Fonds, in die die nicht-ausbildenden Betriebe einzahlen."

Quelle: dts Nachrichtenagentur

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