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Zahl der Leiharbeiter um vier Prozent gestiegen - Kritik daran wächst

Archivmeldung vom 26.02.2018

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 26.02.2018 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch André Ott
Leiharbeit wird oft auch als modernes Sklaventum oder Sklaverei bezeichnet (Symbolbild)
Leiharbeit wird oft auch als modernes Sklaventum oder Sklaverei bezeichnet (Symbolbild)

Bild: Unbekannt / Eigenes Werk

Die Zahl der Leiharbeiter in Deutschland ist zuletzt gestiegen: Zwischen Juli 2016 und Juli 2017 waren im Schnitt 1,01 Millionen Menschen in der sogenannten Arbeitnehmerüberlassung beschäftigt – 34.000 oder vier Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Das geht aus neuen Daten der Bundesagentur für Arbeit (BA) hervor, berichtet das "Redaktionsnetzwerk Deutschland".

Ende Juli 2017 gab es 1,13 Millionen Beschäftigungsverhältnisse zwischen Leiharbeitsfirmen und Leiharbeitnehmern – ein gutes Drittel davon bestand seit mindestens 18 Monaten, ein Fünftel zwischen neun und unter 18 Monaten. "Gerade für Menschen ohne Abschluss oder mit geringer Qualifikation kann die Zeitarbeit ein Einstieg in den Arbeitsmarkt sein", sagte eine BA-Sprecherin dem RND. Bei Leiharbeitern ist der Anteil der Personen ohne Berufsabschluss mit 27 Prozent deutlich höher als im Schnitt aller Beschäftigten (16 Prozent). Von den rund 1,9 Millionen Arbeitslosen, die zwischen November 2016 und Oktober 2017 einen sozialversicherungspflichtigen Job am ersten Arbeitsmarkt aufgenommen haben, war fast jeder fünfte (358.000) in der Zeitarbeit beschäftigt. Laut Bundesagentur fanden in diesem Zeitraum auch 15.000 Arbeitslose aus den wichtigsten Asyl-Herkunftsländern einen Job als Leiharbeiter. Gut vier von zehn Zeitarbeitern war zwischen Juli 2016 und Juni 2017 in der Produktion tätig, knapp jeder dritte – etwa in der Sicherheits- und Reinigungsbranche - in einem wirtschaftlichen Dienstleistungsberuf.

Mit 1.816 Euro brutto im Monat liegt der mittlere Verdienst von Leiharbeitern um 42 Prozent niedriger als bei allen sozialversicherungspflichtigen Vollzeitbeschäftigten. FDP-Arbeitsmarktexperte Johannes Vogel sagte dem RND, Zeitarbeit biete gerade denjenigen eine Einstiegschance in die Berufswelt, die es sonst schwer hätten - etwa gering Qualifizierten und Langzeitarbeitslosen. "Zwei von drei Zeitarbeitern kommen aus der Beschäftigungslosigkeit und jeder Fünfte, der die Arbeitslosigkeit überhaupt verlässt, findet in der Zeitarbeit eine sozialversicherungspflichtige Anstellung", so Vogel weiter. AfD-Arbeitsmarktexperte Jürgen Pohl sagte dem RND, durch die Politik von SPD und CDU seien der Leiharbeitssektor und die soziale Ungerechtigkeit nochmals gewachsen: "Die Ausweitung der Leiharbeit verfestigt den Niedriglohnsektor weiter und verschärft die Spannungen in der Gesellschaft."

Quelle: dts Nachrichtenagentur

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