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Versicherer kritisieren EZB-Geldpolitik

Archivmeldung vom 20.01.2015

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 20.01.2015 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Bild: Lupo / pixelio.de
Bild: Lupo / pixelio.de

Die großen deutschen Versicherer kritisieren die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank. Ein möglicher Ankauf von Staatsanleihen aus dem Euroraum werde die Zinsen auf den Kapitalmärkten weiter nach unten drücken und das Angebot an Zinspapieren weiter verknappen, sagten Branchenvertreter der F.A.Z. (Mittwochsausgabe). Er halte das Vorgehen der EZB für grundfalsch, sagte Torsten Utecht, Finanzvorstand der Generali Deutschland.

"Das ist ein Tabubruch: ein fataler weiterer Schritt einer ohnehin schon extrem expansiven Geldpolitik", sagte er. Trete die EZB als weiterer Nachfrager auf, dürften sich die ohnehin schon niedrigen Anleihezinsen noch weiter reduzieren. Schon jetzt könnten sich Unternehmen so günstig am Kapitalmarkt finanzieren, dass es ihren Risiken nicht mehr entspreche. "Hier tun sich Blasen auf", sagte Utecht. Die Folge könne eine weitere Senkung der Überschussbeteiligungen von Versicherern sein. "Obwohl wir schon länger von einem Anlagenotstand sprechen, konnten wir in unserer Neuanlage über die vergangenen Jahre immer noch 2,5 bis drei Prozent Rendite erzielen. Das wird dann nicht mehr möglich sein", sagte Utecht.

Die zusätzliche Nachfrage durch sie führe dazu, dass institutionelle Investoren nur noch kleine Tranchen von attraktiven Emissionen zugeordnet werden könnten, kritisiert Roland Vogel, Finanzvorstand der Hannover Rück. "Wir sind ein Anleger mit hohem Liquiditätsdruck. Wenn ein zusätzlicher Nachfrager auftritt, wird es noch knapper", sagte er. Der Aufwand der Kapitalanlage steige. Und als Rückversicherer könne er in der Neuanlage nicht von der wachsenden Zinsdifferenz zwischen Amerika und Europa profitieren. "Ich schichte nicht um, weil ich kein Währungsspekulant bin", sagte Vogel. "Dieses Zinsniveau ist nicht ausreichend, um die Rentenansprüche unserer Kunden zu finanzieren", sagte Günther Tallinger, Vorstandschef der Allianz Investment Management, die das Geld für den größten deutschen Lebensversicherer anlegt.

Weitere Verwerfungen erwartet er von einem möglichen EZB-Beschluss am Donnerstag nicht. Die Kapitalmärkte hätten diese vorweggenommen. Die Allianz weiche dem Zinsverfall aus, indem sie etwa in gewerbliche Immobilien wie Einkaufszentren investiere, zudem erlaubten ihre Reserven zusätzliche Aktienkäufe. "Sparer und institutionelle Langfristanleger werden gleichermaßen belastet, denn sie werden in unsichere Anlageformen getrieben", warnte auch Jörg Schneider, Finanzvorstand des Rückversicherers Munich Re, zu dem der Erstversicherer Ergo gehört. Es sei eine Illusion, dass die EZB zu Marktpreisen kaufe, da schon die Ankündigung von Käufen die Kurse treibe.

Quelle: dts Nachrichtenagentur

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