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BDI-Studie: Unternehmenssteuern in Deutschland besonders hoch

Archivmeldung vom 07.09.2013

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 07.09.2013 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Bild: Marc Tollas  / pixelio.de
Bild: Marc Tollas / pixelio.de

Deutschland belastet seine Unternehmen steuerlich so stark wie nur wenige andere Länder. Das geht aus der Studie "Die Steuerbelastung der Unternehmen in Deutschland" vom Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) und dem Verband der Chemischen Industrie (VCI) hervor, die der "Welt am Sonntag" vorliegt. Demnach weist die Bundesrepublik mit 28,2 Prozent unter 21 untersuchten Ländern die fünfthöchste tatsächliche Steuerbelastung auf, die Tarife sind mit 31,2 Prozent die siebthöchsten unter 33 Ländern. Der Fiskus darf sich der Studie zufolge in den kommenden Jahren auf sprudelnde Unternehmenssteuern freuen: Die Einnahmen werden zwischen 2012 und 2017 von 112 auf 134 Milliarden Euro steigen - und damit um fast 20 Prozent.

"Die positive Entwicklung des Steueraufkommens ist einmal mehr ein Beleg für die zentrale Bedeutung der Wirtschaft für den Wohlstand unseres Landes", sagte BDI-Präsident Ulrich Grillo.

Zum vorerst letzten Mal wurden die Unternehmenssteuern 2008 reformiert. Damals senkte die große Koalition die Körperschaftsteuer von 25 auf 15 Prozent. Dadurch sei Deutschland "attraktiver" geworden, schreiben die Studienautoren. "Allerdings wurden die positiven Regelungen teuer erkauft." Einschnitte bei der steuerlichen Bemessungsgrundlage hätten betriebswirtschaftliche Selbstverständlichkeiten immer mehr außer Acht gelassen. Die Industrie fürchtet, dass dieser Kurs fortgesetzt wird.

"Es ist doch grotesk, dass in Zeiten von Rekord-Steuereinnahmen nicht über das staatliche Ausgabenproblem diskutiert wird, sondern über die Einführung von Vermögensteuern oder eine höhere Erbschaftsteuer", sagte VCI-Präsident Karl-Ludwig Kley.

Er kritisiert auch den Anstieg der Energiekosten: Die Abgaben und Steuern für Strom hätten sich seit 2001 fast vervierfacht. "Wenn wir nicht wollen, dass in vielen Betrieben die Lichter ausgehen, ist ein Umsteuern in der Energiepolitik dringend geboten."

Auch die Kommunen belasten laut der Studie Unternehmen häufig stärker als vorgesehen. Die gesetzliche Zielmarke einer Ertragsbelastung von Kapitalgesellschaften von unter 30 Prozent wird laut den Autoren bei einem Gewerbesteuer-Hebesatz von bis zu 405 Prozent erreicht. Tatsächlich liege dieser in Städten mit über 50.000 Einwohnern aber bei 440 Prozent.

Quelle: dts Nachrichtenagentur

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