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Ökonom Gerken weist Forderungen nach Anheizen der Inflation zurück

Archivmeldung vom 21.07.2014

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 21.07.2014 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Bild: Tony Hegewald / pixelio.de
Bild: Tony Hegewald / pixelio.de

Der Freiburger Ökonom Lüder Gerken hat Warnungen der südlichen Euro-Länder vor einer Deflationsgefahr massiv zurückgewiesen. In einem Gespräch mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung"sagte der Vorsitzende der Stiftung Ordnungspolitik und des Centrums für Europäische Politik: "Bei den heutigen Zinsen ist Deflation absolut kein Horrorszenario, sondern sogar sinnvoll."

Derzeit produzierten Unternehmen in Italien, Spanien, Portugal und Griechenland zu teuer und könnten im Wettbewerb mit nördlichen Euro-Ländern nicht mithalten. Durch eine Reduzierung ihrer Kosten könnten sie ihre Preise senken und ihre Wettbewerbsfähigkeit steigern. Bei einer Deflation wird das Geld mehr wert, während es bei einer Inflation entwertet wird.

Laut Gerken ist die Befürchtung von Ökonomen nicht stichhaltig, bei einer Deflationsgefahr könne die Nachfrage sinken, die Unternehmen unter Druck setzen und einen Teufelskreis auslösen, der in Wirtschafskrise, Pleiten und Massenarbeitslosigkeit ende. Der Ökonom wandte sich daher vehement gegen Forderungen, die Europäische Notenbank solle mehr Geld drucken, um die Inflation anzuheizen.

Eine Inflation helfe den hochverschuldeten Staaten in Südeuropa, ihre Schuldenlast zu tragen. Beispielsweise sei ein Kredit über zehn Milliarden Euro bei einer jährlichen Inflation von zwei Prozent schon nach zwölf Monaten 200 Millionen Euro weniger wert. "Durch Inflation entschulden sich die Staaten aber auf Kosten der Gläubiger", sagte der Wirtschaftswissenschaftler. Zu den Verlierern gehörten dann auch Bürger, die eine Lebensversicherung abgeschlossen hätten, denn die Versicherungsunternehmen hätten deren Einzahlungen in großem Stil in Staatsanleihen angelegt.

Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung (ots)

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