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Generika-Hersteller fürchtet weitere Engpässe

Archivmeldung vom 12.01.2024

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 12.01.2024 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Sanjo Babić
Medikamente (Symbolbild)
Medikamente (Symbolbild)

Bild: Andrea Damm / pixelio.de

Angesichts der mangelnden Verfügbarkeit bestimmter Arzneimittel warnt der Deutschland-Chef des Generika-Herstellers Sandoz, Thomas Weigold, vor Lieferengpässen. Die Bundesregierung verlasse sich darauf, dass es im Winter keine große Infektionswelle geben werde, sagte Weigold der "Bild".

"Damit wird unsere Grundversorgung mit Medikamenten immer mehr zum Glücksspiel." Als Grund nannte der Sandoz-Geschäftsführer die vollständige Auslastung in der Generika-Produktion. "Wir sind absolut am Anschlag. Falls allerdings einer der wenigen Hersteller ausfallen würde, wäre der Medikamentenbedarf für die Grundversorgung der Bevölkerung mit Antibiotika, Schmerzmitteln, etc. kaum noch aufrecht zu halten." Weigold plädiert dafür, den Preisdruck bei der Generika-Herstellung zu senken. 

"Der Preisdruck in der Medikamentenherstellung darf nicht auf Kosten der Grundversorgung der Bevölkerung gehen. Die Medikamentenhersteller müssen sich derzeit bei ihren Angebotspreisen laufend unterbieten, um den Zuschlag von den Krankenkassen zu bekommen." Besonders wichtige und knappe Medikamente wie Antibiotika und Krebs-Medikamente "müssten für einen bestimmten Zeitraum von diesem Preisdruck ausgenommen werden", forderte der Firmenchef. Das würde diese für einen begrenzten Zeitraum verteuern, allerdings würde es Hersteller zurück in den Markt bringen. Weigold bezeichnete dies als "Vernunftbremse". Dem derzeitigen Preisdruck könnten nur noch wenige Hersteller am Markt standhalten. "Die Folgen dieser Spirale werden jetzt konkret sichtbar: Für manche Arzneien gibt es nur noch zwei oder drei Hersteller weltweit", so Weigold. "Falls einer von ihnen ausfällt, kann der andere die Nachfrage nicht mehr bedienen. Setzen wir diesem Preisdruck kein Ende, laufen wir also immer wieder in den nächsten Engpass."

Quelle: dts Nachrichtenagentur

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