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Anti-Korruptionsberater gibt Daimler Bestnote beim Kampf gegen Bestechlichkeit

Archivmeldung vom 28.03.2013

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 28.03.2013 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Louis Freeh
Louis Freeh

Lizenz: Public domain
Die Originaldatei ist hier zu finden.

Der ehemalige FBI-Chef Louis Freeh sieht den vor wenigen Jahren noch in Schmiergeldskandale verwickelten Fahrzeugkonzern Daimler als geläutert an. "Das Unternehmen hat Gold-Standard erreicht beim Thema Compliance und Integrität", sagte Freeh der "Süddeutschen Zeitung". Der DAX-Konzern sei inzwischen sogar ein Vorbild für viele US-Unternehmen geworden.

Freeh war unter US-Präsident Bill Clinton der Chef der US-Bundespolizei FBI. Seit 2006 hatte er als Anti-Korruptionsberater bei Daimler gearbeitet und war 2010 auf Druck des US-Justizministeriums sogar zu einem offiziellen Daimler-Aufseher berufen worden. Seine Amtszeit endet am 1. April. "Als ich 2006 als Berater anfing, war es ein Unternehmen, in dem, sagen wir einmal, das Einhalten von Gesetzen nicht bei allen die oberste Priorität hatte." Damals konnte es passieren, dass Vertriebsmitarbeiter Regierungsgeschäfte in Afrika oder Asien etwa durch verschenkte S-Klasse-Wagen oder Mitgliedschaften im Golfclub erleichterten. Das geschehe bei Daimler inzwischen nicht mehr, weil das Unternehmen eingesehen habe, dass sauberes Arbeiten letztlich Geld spare und die Reputation erhalte: "Viele Manager begannen zu verstehen: Bestechen ist nicht sinnvoll."

Von einigen, die in alten Verhaltensmustern verharrten, musste sich Daimler allerdings trennen. Im vergangenen Jahr meldeten Daimler-Mitarbeiter 1.100 möglicherweise kriminelle Vorgänge an das eingeführte Whistleblower-System; 200 davon sind nach Unternehmensangaben tatsächlich schwerwiegend gewesen, etwa Fälle von Untreue, Betrug, Mobbing oder eben Bestechung.

Das Unternehmen aus Stuttgart sei mit seinem Kampf gegen solche Rechtsverstöße mittlerweile weltweit Vorreiter, schätzt Freeh: "Viele Wettbewerber von Daimler sind nicht so weit - sie verletzen gerade in schwierigen Ländern weiterhin Anti-Korruptionsgesetze, um Geschäfte zu machen."

Der Autokonzern will jedoch an seiner neuen Linie festhalten. "Bestechung zerstört Gesellschaften", sagte die ehemalige Bundesverfassungsrichterin Christine Hohmann-Dennhardt, die im Daimler-Vorstand für Recht und Integrität zuständig ist: "Das wollen wir ändern, nicht zuletzt, weil die so entstehende Rechtssicherheit auch ökonomisch hilfreich ist." In stabilen Ländern könne man effizienter arbeiten und es entstünden neue Käuferschichten. "Es sind Weltkonzerne wie Daimler, die dabei Breschen schlagen können", sagte Hohmann-Dennhardt.

Quelle: dts Nachrichtenagentur

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