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Aktuelles Zahlungsmoralbarometer: WM-Gastgeber Brasilien Spitzenreiter bei Zahlungsausfällen

Archivmeldung vom 25.09.2013

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 25.09.2013 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Grafik: Atradius N.V.
Grafik: Atradius N.V.

Die dritte Auskopplung des Zahlungsmoralbarometers des internationalen Kreditversicherers Atradius untersucht neben der Zahlungsmoral in den USA, Kanada und Mexiko nun erstmals die Zahlungserfahrungen brasilianischer Unternehmen. Ergebnis: Im Austragungsland der Fussballweltmeisterschaft 2014 können knapp acht Prozent der inländischen Forderungen gegenüber Geschäftskunden nur noch als Totalausfall verbucht werden. Knapp dahinter liegt Mexiko mit 6,4 Prozent an abgeschriebenen Forderungen. In den USA sanken die Zahlungsausfälle im Inland von 5,1 auf 4,5 Prozent. Auch die kanadischen Firmen blieben mit 4,3 Prozent auf weniger unbezahlten Rechnungen sitzen im Vergleich zum Vorjahr. Für das aktuelle Zahlungsmoralbarometer wurden über 800 Unternehmen aus Nord- und Südamerika befragt.

Der Einzug offener Rechnungen von ausländischen Geschäftspartnern stellt in Nord- und Südamerika eine größere Herausforderung dar als in Europa. Die brasilianischen Exporteure blieben auf 7,3 Prozent ihrer Forderungen gegenüber ausländischen Kunden sitzen. Dicht gefolgt von den USA, wo die befragten Firmen 6,7 Prozent der offenen Rechnungen als Verlust verbuchen mussten, und Kanada mit 5,9 Prozent. In Mexiko fielen 5,5 Prozent ganz aus. Insgesamt sind die ausländischen Zahlungsausfälle in der aktuellen Befragung mit 6,4 Prozent deutlich höher im Vergleich zu den Ergebnissen für West- und Osteuropa aus dem Frühsommer. Danach fielen in Westeuropa 4,7 Prozent der ausländischen Forderungen aus. Für Osteuropa liegen die Forderungsverluste gegenüber ausländischen Kunden nur bei 2,6 Prozent. Die möglichen Gründe für die Ausfälle sind zahlreich: Wenig Erfahrung im Exportgeschäft, schlechte Zahlungsmoral, Sprachbarrieren, kulturelle Unterschiede oder ein unzureichendes Forderungsmanagement. Die Zahlen belegen ebenfalls, dass inländische Forderungen in Schwellenländern wie Brasilien und Mexiko eine grössere Gefahr bergen als in vollentwickelten Märkten wie den USA und Kanada.

Nutzung von Zahlungszielen bzw. Lieferantenkrediten Die aktuelle Studie zeigt, dass die Generierung und Erhaltung ausreichender Liquidität trotz eines leicht verbesserten wirtschaftlichen Umfelds weiterhin die grösste Herausforderung darstellt. Trotz der schwierigen Situation bei den Abnehmern zeigen die Lieferanten in Brasilien und Mexiko die grösste Bereitschaft für Lieferantenkredite. 54 Prozent der lokalen Forderungen werden auf Ziel gewährt, in Mexiko 52,2 Prozent. Die USA gewähren mit 46,1 Prozent die meisten Lieferantenkredite ins Ausland. Die mexikanischen Firmen setzen die längsten Zahlungsziele mit durchschnittlich 45,7 Tagen im Inland und 47,6 im Ausland.

Richard Ariens, Regional Director von Atradius für die Region NAFTA, weiß aus Erfahrung: "Ein Wirtschaftsumfeld, in dem ein leichter Rückgang der Insolvenzen zu verzeichnen ist, resultiert nicht automatisch in einem geringeren Risiko für Zahlungsausfälle. Im aktuellen wirtschaftlichen Umfeld ist es wichtig, dass die Unternehmen ihr individuelles Debitorenmanagement weiter verbessern, um ihre Liquidität und damit ihre finanzielle Stabilität zu schützen, um so die Voraussetzungen für ein gesundes Unternehmenswachstum zu schaffen."

Quelle: Atradius N.V. (ots)

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