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Exporte von Rohholz im Jahr 2020 um 42,6 % gestiegen: Über 50% gehen nach China zu Billigpreisen

Archivmeldung vom 10.05.2021

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 10.05.2021 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Sanjo Babić
Behördenschild des StatistischesnBundesamtes. Bild: Kandschwar / wikipedia.org
Behördenschild des StatistischesnBundesamtes. Bild: Kandschwar / wikipedia.org

Der Bauboom während der Corona-Pandemie hat die Nachfrage nach Holz als Baustoff im In- und Ausland angekurbelt. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, exportierte Deutschland im Jahr 2020 insgesamt rund 12,7 Millionen Kubikmeter Rohholz im Wert von 845 Millionen Euro.

Im Vergleich zum Jahr 2019 ist dies eine mengenmäßige Steigerung um mehr als ein Drittel (42,6 %). Der Exportzuwachs setzt sich zu Beginn des Jahres 2021 nicht fort: Im Januar und Februar 2021 sank der mengenmäßige Export im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 12,4 % auf 1,5 Millionen Kubikmeter (Wert: 100 Millionen Euro).

Im langfristigen Vergleich hat sich die Menge von ausgeführtem Rohholz seit dem Jahr 2015 mehr als verdreifacht (+238 %). 2015 waren es noch 3,8 Millionen Kubikmeter im Wert von rund 329 Millionen Euro. Die Importmenge ging im gleichen Zeitraum um ein Drittel (-32,4 %) auf 5,9 Millionen Kubikmeter zurück. Für den Exportboom sorgte die hohe Nachfrage nach Fichten- und Tannenholz. Im Jahr 2020 machte dieses Holz 83,8 % des exportierten Rohholzes aus.

Anteil der Exporte nach China deutlich höher als 2015

Wichtigster Absatzmarkt war im Jahr 2020 die Volksrepublik China: Die Hälfte des Exportes (50,6 %, 6,4 Millionen Kubikmeter) ging nach Fernost. Der Anteil nahm seit 2015 deutlich zu - damals lag er noch bei 10,1 %. Auf den Plätzen zwei und drei folgten im Jahr 2020 Österreich (19,2 % / 2,4 Millionen Kubikmeter) und Belgien (9,2 % / 1,2 Millionen Kubikmeter).

Holzeinschlag im Jahr 2020 auf Rekordniveau

Der wachsenden Nachfrage im Ausland steht ein Rekord beim Holzeinschlag im Inland gegenüber: Im Jahr 2020 wurden in den deutschen Wäldern 80,4 Millionen Kubikmeter Holz eingeschlagen - so viel wie nie zuvor seit der deutschen Vereinigung. Grund dafür sind vermehrte Waldschäden infolge des auch durch Trockenheit und Hitze begünstigten Insektenbefalls: So machte der Schadholzeinschlag aufgrund von Insektenschäden mehr als die Hälfte (53,8 %) des gesamten Holzeinschlags im Jahr 2020 aus.

Nadelhölzer wie Fichten, Kiefern oder Tannen, die auch einen großen Anteil am exportierten Rohholz hatten, wurden besonders viel geschlagen: Mit 70,2 Millionen Kubikmetern fielen auf diese Gruppe mehr als vier Fünftel (87,3 %) des gesamten Holzeinschlags. Als Folge dieser Entwicklung ist der Fichteneinschlag vom 1. Oktober 2020 bis zum 30. September 2021 per Rechtsverordnung begrenzt. Die Einschlagsbeschränkung betrifft ausschließlich unbeschädigtes Holz.

Rohholzpreise stiegen zuletzt moderat, Preise für bearbeitetes Holz überdurchschnittlich

Die Anbieter von Rohholz profitieren derzeit kaum von der wachsenden Nachfrage: Die Rohholzpreise - gemessen am Index der Erzeugerpreise der Produkte des Holzeinschlags - stiegen zuletzt zwar moderat an, lagen aber im Februar 2021 um 2,3 % unter dem Stand des Vorjahresmonats und weit unter dem Niveau des Jahres 2015 (-27,3 %). Der Preisindex für Rohholz wird bei den Forstverwaltungen erhoben; diese Preisbeobachtung erfolgt bei der "Ernte" des Holzes und damit ganz am Anfang der Produktionskette.

Die steigende Nachfrage aus dem In- und Ausland, die Angebotsverknappung auch aufgrund der Beschränkungen im Holzeinschlag sowie der Baukonjunktur haben einen preistreibenden Effekt auf die Außenhandelspreise für Rohholz: Der Index der Einfuhrpreise stieg im März 2021 im Vergleich zum Vorjahresmonat um 6,7 % und der Index der Ausfuhrpreise dieser Produktgruppe stieg im gleichen Zeitraum sogar um 11,0 %. In der längerfristigen Betrachtung lagen die Einfuhrpreise für Rohholz im März 2021 um 16,1 % unter dem Stand des Jahres 2015. Die Ausfuhrpreise stiegen im gleichen Zeitraum um 4,0 %.

Die Entwicklung der gewerblichen Erzeugerpreise gestaltet sich in den einzelnen Produktsegmenten des Holzmarktes sehr unterschiedlich, in Abhängigkeit von den einzelnen Schnittholzsortimenten und Holzwerkstoffen. So stiegen zum Beispiel die Preise für Verpackungsmittel aus Holz im März 2021 um 11,5 % im Vergleich zum Vorjahresmonat. Die Erzeugerpreise für Holzplättchen oder Holzschnitzel, die überwiegend für das Heizen eingesetzt werden, fielen dagegen im gleichen Zeitraum um 24,6 %.

Insgesamt stiegen die Erzeugerpreise für bearbeitetes Holz dagegen überdurchschnittlich. Im März 2021 lagen sie für Holz (gesägt, auch gehobelt oder imprägniert) um 13,9 % über dem Vorjahresmonat. Am stärksten stiegen die Preise für Nadelschnittholz, dazu gehören Dachlatten, Bauholz oder Konstruktionsvollholz: Im März 2021 lagen diese um 20,6 % höher als im März 2020. Zum Vergleich: Der Erzeugerpreisindex gewerblicher Produkte insgesamt erhöhte sich im selben Zeitraum um 3,7 %.

Säge-, Hobel- und Holzimprägnierwerke mit Umsatzrekord im Jahr 2020

Profiteure der Entwicklungen auf dem Holzmarkt sind u. a. die Säge-, Hobel- und Holzimprägnierwerke. Die Umsätze der Branche erreichten im Jahr 2020 einen Rekordwert von 6,5 Milliarden Euro. Im Vergleich zum Jahr 2015, als der Umsatz noch rund 5,5 Milliarden Euro betrug, war das ein Zuwachs von 18,3 %. Ursächlich für diese Entwicklung ist auch die gestiegene Nachfrage aus dem Ausland. Der Anteil des Auslandsumsatzes am Gesamtumsatz der Branche lag 2020 bei fast einem Drittel (32,5 %). Zum Vergleich: Im Jahr 2015 waren es 26,7 %.

Quelle: Statistisches Bundesamt (ots)


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