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EU-Bankenabwicklung: Geldhäuser müssen ihre Bilanzen aufräumen

Archivmeldung vom 17.02.2016

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 17.02.2016 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Bild: Gerd Altmann/Hintergrund:pixabay / pixelio.de
Bild: Gerd Altmann/Hintergrund:pixabay / pixelio.de

Europas oberste Bankenabwicklerin glaubt, dass die Geldhäuser in der Euro-Zone dringend ihre Bilanzen aufräumen müssen: Im Gespräch mit dem "Handelsblatt" beklagt Elke König, Chefin des Brüsseler Single Resolution Boards (SRB), "strukturelle Defizite" in der Finanzbranche. "Der europäische Bankenmarkt ist nach wie vor überbesetzt, und wir haben das Thema der notleidenden Kredite", warnt König.

Als Vorbild für eine Lösung des Kredit-Problems nennt die Aufseherin Italien. Das Land hat sich gerade nach langem Streit mit der EU auf eine sogenannte Bad Bank geeinigt, die den italienischen Geldhäusern helfen soll, notleidende Kredite von 200 Milliarden Euro abzuarbeiten. "Italien hat eine Konstruktion für eine Bad Bank gefunden, die auf eine Marktlösung ohne Staatshilfen setzt", erläutert König. "Solch eine Lösung taugt für viele Länder. Auch Deutschland hat damit gute Erfahrungen gemacht."

Seit dem Höhepunkt der Finanzkrise 2008 hat sich das Volumen der faulen Kredite in den Bankbilanzen der Euro-Zone auf rund eine Billion Euro mehr als verdoppelt. Königs Behörde hat mit dem Jahreswechsel ihren vollen Betrieb aufgenommen und soll dafür sorgen, dass sich in Zukunft auch große Geldhäuser im Notfall abwickeln lassen, ohne dass die Steuerzahler eingreifen müssen. Nach den dramatischen Kursverlusten der Banken zu Jahresbeginn betont König, dass sie "weit davon entfernt" sei, sich "grundsätzliche Sorgen um die europäische Bankenlandschaft zu machen".

Die massiven Kursverluste der Banken zu Jahresbeginn sind für sie kein Symptom für eine neue Bankenkrise: "Natürlich erfreut einen das nicht, aber ich sehe Börsenentwicklungen auch immer mit ein bisschen Abstand. Die Stimmung kann sehr schnell kippen, auf einmal ist die Welt, die vorher rosarot aussah, tief betrübt", betont die ehemalige Chefin der deutschen Finanzaufsicht Bafin.

Ihrer Meinung nach sind die Börsenturbulenzen "eher ein sich selbst verstärkendes Phänomen, als dass tatsächlich grundlegend neue Schwierigkeiten aufgetaucht wären". Sollte es aber doch zu einer größeren Schieflage kommen, sieht König ihre Behörde einsatzbereit: "Natürlich wäre es uns lieber, wenn wir ein oder zwei Jahre mehr zur Vorbereitung auf den Ernstfall hätten. Aber die grundsätzlichen Prozesse funktionieren. Außerdem gibt es ja nicht nur uns, sondern ein ganzes Netzwerk an nationalen Abwicklungsbehörden, auf das wir im Ernstfall zurückgreifen können. Ich bin sicher, dass wir mögliche Herausforderungen gemeinsam meistern können."

Quelle: dts Nachrichtenagentur

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