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Beschäftigte in nicht tarifgebundenen Firmen verdienen ein Fünftel weniger

Archivmeldung vom 19.05.2015

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 19.05.2015 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Bild: Siegfried Fries  / pixelio.de
Bild: Siegfried Fries / pixelio.de

Arbeitnehmer in nicht tarifgebundenen Industrie-Unternehmen verdienen im Schnitt mehr als ein Fünftel weniger als ihre Kollegen in tarifgebundenen Unternehmen. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion hervor, die der in Düsseldorf erscheinenden "Rheinischen Post" vorliegt.

Demnach war der Bruttomonatsverdienst ohne Sonderzahlungen für einen vollzeitbeschäftigten Arbeitnehmer im Produzierenden Gewerbe im Jahr 2010 um 21,2 Prozent geringer, "wenn der Betrieb nicht tarifgebunden war", heißt es in dem Papier. 1995 hatte die Gehalts-Differenz demnach erst bei 14,9 Prozent gelegen. Die Unterschiede sind besonders bedeutsam, weil die Tarifflucht der Unternehmen dem Papier zufolge seit Jahrzehnten anhält. Nur noch 52 Prozent der Beschäftigten in Westdeutschland hatten demnach im Jahr 2013 einen tarifgebundenen Arbeitsplatz. 2010 waren es dagegen noch 56 Prozent der westdeutschen Arbeitnehmer, 1996 noch 70 Prozent. In Ostdeutschland übten dem Papier zufolge 2013 nur noch 35 Prozent der Arbeitnehmer eine tarifgebundene Beschäftigung aus. 2010 waren es 37 Prozent, 1996 mit 56 Prozent noch mehr als die Hälfte. "Die Tarifautonomie erodiert insbesondere durch Tarifflucht, Leiharbeit und Outsourcing seitens der Arbeitgeber", sagte die Grünen-Politikerin Beate Müller-Gemmeke. "Mit dem Tarifeinheitsgesetz werden diese Probleme nicht gelöst", kritisierte sie.

Quelle: Rheinische Post (ots)

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