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Bahn-Beschäftigte zahlten womöglich Schmiergeld für Aufträge

Archivmeldung vom 25.05.2010

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 25.05.2010 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt

Beschäftigte der Deutsche-Bahn-Tochter DB International (DBI) haben womöglich mittelbar Schmiergeld bezahlt, um an Aufträge zu kommen. "Der Verdacht geht dahin, dass DBI Berater bezahlt haben könnte, die wiederum mit ihren Honoraren Entscheidungsträger bestochen haben, um an Aufträge zu kommen", sagte Bahn-Vorstand Gerd Becht dem Berliner "Tagesspiegel".

Der Konzern untersuche derzeit, ob es bei Beratungsleistungen eine adäquate Gegenleistung für das Honorar gegeben habe, "oder das Geld von Anfang anders eingesetzt werden sollte", erklärte Becht, der die Bereiche Compliance, Datenschutz und Recht verantwortet. DBI berät Regierungen unter anderem beim Aufbau von Eisenbahnsystemen.

Im Zusammenhang mit den Ermittlungen hat es Becht zufolge bislang zwei Razzien von Staatsanwaltschaften gegeben - einmal in Köln, einmal in Frankfurt am Main. "Sie haben viel Material mitgenommen: Akten, Computer, Festplatten. Die Auswertung läuft noch." Parallel würden Zeugen und Beschuldigte vernommen. Die Bahn hatte den Korruptionsfall Ende April öffentlich gemacht, zuvor hatte sie ihn der Justiz übergeben. Er geht zurück bis ins Jahr 2005. Bislang gehe es um Beratungsleistungen "im unteren einstelligen Millionenbetrag", beschrieb Becht den Schaden. Bei den Milliarden-Aufträgen im Nahen Osten, die DBI zuletzt gewinnen konnte, gibt es laut Becht bislang keine Hinweise auf Unregelmäßigkeiten.

Er beteuerte, die Bahn selbst habe den größten Aufklärungswillen in derartigen Angelegenheiten. "Wir nehmen solche Fälle ernst, wegen des Schadens für den Ruf der Unternehmen und seiner Mitarbeiter." Hinzu kämen öffentliche Strafen, je nach Gewinn des fragwürdigen Geschäfts. "Und wenn man in den Ruf kommt, nicht sauber zu arbeiten, verliert man Vertrauen und erhält auch keine neuen Aufträge. Das ist ein Teufelskreis." Parallel zur Justiz hat die Bahn Wirtschaftsprüfer von KPMG beauftragt, den Fall aufzuklären. 

Quelle: Der Tagesspiegel

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