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Papst Franziskus: Wer Geld im Ausland hortet ist ein Sünder

Archivmeldung vom 24.04.2013

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 24.04.2013 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Manuel Schmidt
Papst Franziskus (2013)
Papst Franziskus (2013)

Foto: Presidência da Republica/Roberto Stuckert Filho
Lizenz: CC-BY-3.0-br
Die Originaldatei ist hier zu finden.

Papst Franziskus tritt gegen die Verlagerung von Vermögen ins Ausland ein. "Auch das Geld hat ein Vaterland, und wer eine Industrie im Land betreibt und das Geld mitnimmt, um es außerhalb des Landes zu horten, der sündigt", heißt es in einem exklusiven Vorabdruck des Buches "Über Himmel und Erde", den das Magazin Cicero in seiner Maiausgabe veröffentlicht.

Wer Mittel ins Ausland transferiere, ehre damit weder das Land, das ihm den Reichtum gegeben habe noch das Volk, das für den Reichtum gearbeitet habe. Das Kirchenoberhaupt richtet sich auch gegen alle "Ausdrucksformen der Weltlichkeit", wie sie das kommunistische und das kapitalistische Denken hervorbringen. Beide Ideologien wollten die Religion zähmen und an ihre Stelle den reinen "Weltmenschen" setzen, heißt es.

Durch beide Systeme entstünden "politische Vetternwirtschaft" oder aber Hedonismus und Herrschaft des Geldes, schreibt der Papst. Franziskus fordert in dem Buch, die Verpflichtung, sich den Armen zuzuwenden, solle nicht an eine Institution delegiert werden. Christen müssten persönlich in Kontakt treten mit den Bedürftigen, sie müssten Kranke pflegen und Häftlinge besuchen. "Es gibt Veranstaltungen, die sich wohltätig nennen und in Wirklichkeit gesellschaftliche Events sind", heißt es in dem Buch. "Diese Art von Aktionen werden durchgeführt, damit man sich selbst gut fühlt, doch die Liebe setzt immer voraus, aus sich herauszugehen, sich selbst zurückzustellen."

Es gebe "Karikaturen der Nächstenliebe", kritisierte Franziskus. Am besten sei "Armenförderung durch den Armen selbst". Im Buch "Über Himmel und Erde" hat sich der Papst noch als Erzbischof von Buenos Aires geäußert. Die deutsche Übersetzung erscheint im Mai im Riemann Verlag.

Huber: Steuerflucht ist unmoralisch

Steuerflucht ist nach Ansicht des Theologen Wolfgang Huber unmoralisch. "Man kann nicht die Infrastruktur, den Wohlstand, die Bildungsqualität, die innere Sicherheit eines Landes in Anspruch nehmen und sich gleichzeitig der Pflicht entziehen, durch die eigenen Steuern das Seine beizutragen", sagte Huber der "Zeit".

"Richtig heißt ja in der Ethik das, was für alle gelten kann. Und es kann nicht für alle gelten, dass sich jeder seinen eigenen Umgang mit dem Steuerrecht zurecht legt", so der langjährige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche Deutschlands. "Die Frage nach dem Richtigen ist die Frage nach der Moral und betrifft alle. Das Gute dagegen betrifft mein eigenes Leben." Huber würde es begrüßen, wenn es einen Ethikrat für die Wirtschaft gäbe. "Und ich bin froh, dass es beispielsweise das Wittenbergzentrum für Globale Ethik gibt." "Im internationalen Finanzsystem ist Geld zum Selbstzweck geworden", glaubt der wohl profilierteste Ethiker des Landes. Es gebe unter Wirtschaftsführern aber ein neues Bewusstsein davon, "dass das Quartalsergebnis nicht alles ist, sondern dass wir nachhaltig und zukunftsorientiert handeln müssen".

Über 47.000 Selbstanzeigen von Steuersündern seit 2010

47.294 Steuersünder haben sich in Deutschland seit Anfang 2010 selbst angezeigt und insgesamt 2,05 Milliarden Euro ans Finanzamt nachgezahlt. Das ergab eine Umfrage der "Zeit" bei allen Landesfinanzbehörden in Deutschland. Die Steuerflüchtigen hatten unversteuertes Vermögen auf Konten im Ausland deponiert.

Quelle: dts Nachrichtenagentur

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