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Vollkommen unbeliebt: Fast jede zweite offene Vollzeitstelle in der Leiharbeit

Archivmeldung vom 27.01.2018

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 27.01.2018 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch André Ott
Leiharbeit ähnelt sehr Leibeigenschaft...
Leiharbeit ähnelt sehr Leibeigenschaft...

Bild: Dr. Klaus-Uwe Gerhardt / pixelio.de

Fast jede zweite bei Arbeitsagenturen und Jobcentern gemeldete Vollzeitstelle ist eine Anstellung in der Zeitarbeit. Das geht aus der Antwort der Bundesagentur für Arbeit auf eine Anfrage der Linken-Bundestagsabgeordneten Susanne Ferschl hervor, über die das "Redaktionsnetzwerk Deutschland" berichtet. Demnach waren im November des vergangenen Jahres 523.790 Vollzeitstellen offiziell gemeldet, 216.294 davon in der Arbeitnehmerüberlassung – das entspricht einem Anteil von 41,3 Prozent.

Von den offenen Stellen insgesamt – inklusive Teilzeit – befand sich etwa ein Drittel in der Leiharbeit, keine andere Branche kommt auf einen höheren Anteil. 33 Prozent aller Vermittlungen erfolgt in Leiharbeitsverhältnisse. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit bekamen im Dezember 2016 zwei Drittel der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in der Leiharbeit einen Bruttolohn unterhalb der Niedriglohnschwelle von 2.088 Euro monatlich.

In der Gesamtwirtschaft waren es dagegen 20 Prozent. Die Linksfraktion forderte schärfere Regelungen für die Zeitarbeit. "Dringend notwendig sind jetzt gleicher Lohn für gleiche Arbeit ab dem ersten Einsatztag sowie ein Flexibilitätszuschlag von zehn Prozent und eine Höchstüberlassungsdauer von drei Monaten", so die Linken-Arbeitsmarktexpertin Ferschl. "Leiharbeit darf nur für Auftragsspitzen und Personalengpässe genutzt werden und nicht zur Ausweitung von Niedriglöhnen."

Quelle: dts Nachrichtenagentur

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