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Wegfall der beschränkten Arbeitnehmerfreizügigkeit beeinflusst Gründungs- und Liquidationsgeschehen

Archivmeldung vom 18.04.2012

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 18.04.2012 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Manuel Schmidt
Bild: Gerd Altmann/Shapes:AllSilhouettes.com / pixelio.de
Bild: Gerd Altmann/Shapes:AllSilhouettes.com / pixelio.de

Nach neuesten Berechnungen des IfM Bonn waren in Deutschland im Jahr 2011 rund 401.500 Existenzgründungen zu verzeichnen. Die Zahl der Existenzgründungen liegt damit um 3,9 % unter dem Vorjahreswert. Dieser Rückgang resultiert aus der rückläufigen Entwicklung sowohl der Kleinbetriebsgründungen (-4,1 %) als auch der Gründungen mit einer größeren wirtschaftlichen Bedeutung, den sog. Betriebsgründungen von Hauptniederlassungen (-2,2 %).

Neben der guten konjunkturellen Entwicklung, die einen Rückgang der Gründungsaktivitäten bei deutschen Staatsbürgern zur Folge hatte, dürfte auch die geänderte Rechtslage eine Rolle spielen - der Wegfall der beschränkten Arbeitnehmerfreizügigkeit für Bürger der acht osteuropäischen Staaten, die am 1.5.2004 der EU beigetreten sind (EU-8-Staaten). Die bisherige Regelung hatte bei Polen, Tschechen, Ungarn, Slowaken, Slowenen, Esten, Letten und Litauern, die in Deutschland arbeiten wollten, zu Ausweichreaktionen, vor allem zur Aufnahme einer selbstständigen Tätigkeit, geführt.

Im Jahr 2005 meldeten rund 35.400 Bürger aus EU-8-Staaten eine Unternehmensgründung an, 2010 waren es bereits rund 52.500. In 2011 ist die Zahl dieser Unternehmensgründer um 5,3 % gegenüber dem Vorjahr auf rund 49.700 zurückgegangen. Im Gegensatz dazu ist die Zahl der übrigen ausländischen Unternehmensgründer um 14,3 % gestiegen. Die unbeschränkte Arbeitnehmerfreizügigkeit seit dem 1. Mai 2011 führt somit wie erwartet zu geringeren Gründungsaktivitäten bei den Bürgern aus den EU-8-Staaten. Wir erwarten, dass sich diese Entwicklung 2012 fortsetzen wird.

Zahl der Liquidationen auf Vorjahresniveau

Die Zahl der Liquidationen war 2011 mit rund 383.300 gegenüber dem Vorjahresniveau wenig verändert (-0,2 %). Hinter dieser Stabilisierung verbergen sich zwei gegenläufige Entwicklungen: Einerseits stieg die Zahl der Kleingewerbeaufgaben um 1,1 % an. Andererseits ist die Zahl der Betriebsaufgaben von Hauptniederlassungen um 2,1 % zurückgegangen. Auch die Marktaustritte blieben von dem Wegfall der beschränkten Arbeitnehmerfreizügigkeit nicht unbeeinflusst. So haben Gewerbetreibende aus den EU-8-Staaten deutlich häufiger als im Vorjahr (23,3 %) ihre gewerblichen Aktivitäten aufgegeben (Veränderung 2010/2009: 7,6 %). Dieser Anstieg der Liquidationen durch Bürger aus EU-8-Staaten entfällt ausschließlich auf das Kleingewerbe. Es sind offenbar die Kleingewerbetreibenden, die die sich erstmals bietende Chance der Aufnahme einer abhängigen Beschäftigung zu ihrer beruflichen Umorientierung nutzen.

Quelle: Institut für Mittelstandsforschung Bonn (idw)

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