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Nano-CT-Bilder in 3D durch neue Färbemethode

Archivmeldung vom 23.02.2018

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 23.02.2018 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
CT einer Mausniere (links) und eine des Gewebes. Bild: Müller, Pfeiffer, tum.de
CT einer Mausniere (links) und eine des Gewebes. Bild: Müller, Pfeiffer, tum.de

Forscher der Technischen Universität München (TUM) haben eine Färbemethode entwickelt, die es erlaubt, dreidimensionale Gewebeproben mit dem ebenfalls kürzlich an der TUM entwickelten Nano-CT-Gerät zu untersuchen. Damit wird das aufwendige Schneiden von Gewebeproben von Patienten für histologische Untersuchungen überflüssig.

Neue Methode spart Zeit

Gewebeschnitte sind in Kliniken eine Standardprozedur, um beispielsweise Tumorgewebe zu untersuchen. Wie der Name sagt, wird Körpergewebe dabei in dünne Scheiben geschnitten, eingefärbt und unter dem Mikroskop untersucht. Ein langgehegter Traum der Medizin ist es, nicht nur Schnitte zu untersuchen, sondern die gesamte, dreidimensionale Probe. Das naheliegendste Verfahren dafür wäre Computertomographie (CT), ebenfalls ein Standardverfahren im Krankenhausalltag.

Doch war die die Auflösung herkömmlicher CT-Geräte bislang zu gering. Existierende Mikro- und Nano-CTs sind für den Einsatz in der Praxis selten geeignet. Bei manchen ist die Auflösung nicht variabel genug, andere sind auf Strahlung aus großen Teilchenbeschleunigern angewiesen. Auch lässt sich Weichgewebe notorisch schlecht in CT-Geräten untersuchen. Proben müssen eingefärbt werden, damit es überhaupt sichtbar wird. Färbemittel für CT-Aufnahmen sind teilweise sehr giftig, verändern das Gewebe und sind extrem zeitaufwendig.

Vorbehandlung als Schlüssel

An einer Mausniere haben die Forscher demonstriert, dass sich im Nano-CT dreidimensionale Bilder erzeugen lassen, die dem Informationsgehalt von Gewebeschnitten entsprechen. Den Kern der Färbemethode bildet Eosin, ein Standard-Farbstoff für Gewebeschnitte, der bislang als nicht CT-geeignet galt. "Um Eosin trotzdem nutzen zu können, haben wir unter anderem eine spezielle Vorbehandlung entwickelt", sagt Chemikerin Madleen Busse. Das Färbeverfahren sei so zeitsparend, dass es auch im Klinikalltag anwendbar wäre. "Eine weitere Besonderheit ist, dass die Gewebeprobe im Anschluss an den Scan problemlos mit klassischen Methoden untersucht werden kann", verdeutlicht Busse abschließend.

Quelle: www.pressetext.com/Florian Fügemann

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