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Über 200.000 Arbeitnehmer mussten 2012 wegen Rente mit 67 länger arbeiten

Archivmeldung vom 06.08.2013

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 06.08.2013 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Manuel Schmidt
Bild: Gerd Altmann / pixelio.de
Bild: Gerd Altmann / pixelio.de

Mehr als 200.000 Arbeitnehmer mussten im Jahr 2012 wegen der Rente mit 67 länger arbeiten. Dies geht aus einer Antwort des Bundesarbeitsministeriums auf eine Anfrage der Linkspartei hervor, die der "Welt" vorliegt. Demnach gingen 2012 rund 202.000 Beschäftigte mit 65 Jahren und einem Monat in Rente. Weitere 1.415 Personen gingen mindestens zwei Kalendermonate nach Vollendung ihres 65. Lebensjahres in den Ruhestand.

Damit waren rund 30 Prozent des Jahrgangs von 1947 von der Rente mit 67 betroffen. "Hunderttausende müssen schon länger arbeiten. Auf der anderen Seite haben wir immer noch fast 700.000 arbeitslose Jugendliche, davon die Hälfte ohne Ausbildung. Das passt nicht zusammen", sagte Linken-Politiker Klaus Ernst der Zeitung. Die Rente mit 67 sieht eine Verlängerung des Renteneintrittsalters von heute 65 auf künftig 67 Jahre vor.

Für die Geburtsjahrgänge 1947 bis 1958 erhöht sich seit Jahresbeginn 2012 die Regelaltersgrenze des Rentenbeginns in den kommenden Jahren sukzessive um einen Monat, für die Jahrgänge 1959 bis 1964 um zwei Monate. Ab dem Jahr 2029 ist das neue Renteneintrittsalter von 67 Jahren erreicht. Wie aus der Antwort des Arbeitsministeriums hervorgeht, gingen 2012 rund 686.000 Beschäftigte in Rente. 390.000 davon waren jünger, rund 91.000 genau 65 Jahre alt.

Die mit der Rente mit 67 eingeführten Abschläge spielen im Moment noch keine große Rolle: Von den 91.000 Ruheständlern, die mit genau 65 Jahren in Rente gingen, mussten nur 1.675 (1,8 Prozent) einen Abschlag in Kauf nehmen. Sie machten damit von folgender Regel Gebrauch: Wer mindestens 35 Jahre eingezahlt hat, kann früher in den Ruhestand gehen, wenn er für jeden Monat, den er früher in Rente geht, einen Abschlag von 0,3 Prozent hinnimmt.

"Wir müssen die Rente ab 67 aussetzen und die verlorene Generation in Ausbildung und Arbeit bringen. Das Thema kommt in der nächsten Legislatur auf jeden Fall wieder auf die Tagesordnung", sagt Linken-Politiker Ernst.

Auch die SPD will Korrekturen an der Reform vornehmen: Arbeitnehmer, die 45 Jahre in die Rentenversicherung eingezahlt haben, sollen ihren Lebensabend ohne Abschläge genießen dürfen, auch wenn sie jünger als 67 Jahre sind. Rentenexperten und Ökonomen warnen jedoch vor einer Aufweichung der Reform und sprechen sich für eine Erhöhung des Renteneintrittsalters auf 69 oder 70 Jahre aus.

Streit um Rente mit 67: Gabriel lädt Arbeitgeberpräsident zu Betriebspraktikum ein

In der Diskussion um die Rente mit 67 hat SPD-Chef Sigmar Gabriel den Präsidenten der Arbeitgeber-Verbände, Dieter Hundt, eingeladen, ein gemeinsames Betriebspraktikum zu absolvieren, um die Meinung von Arbeitnehmern zur Heraufsetzung des Rentenalters zu hören. Das berichtet die "Bild-Zeitung" (Mittwochausgabe) unter Berufung auf einen Brief, den Gabriel an Hundt geschrieben hat.

Arbeitgebervertreter hatten zuletzt gefordert, Ausnahmereglungen für die Frühverrentung von Arbeitnehmern abzuschaffen. Die SPD will dagegen eine abschlagsfreie Rente ab dem 63. Lebensjahr für Arbeitnehmer, die 45 oder mehr Jahre in die Rentenkasse eingezahlt haben. Begründung: Viele Arbeitnehmer hielten kaum bis zum 65. Lebensjahr durch. Gabriel habe Hundt deshalb jetzt in einem Brief zum gemeinsamen Betriebspraktikum eingeladen, "um mit denen zusammen zu arbeiten und zu sprechen, denen Sie eine Lebensarbeitszeit von 67 oder gar 70 zumuten wollen".

Quelle: dts Nachrichtenagentur

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