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Tarifverhandlungen: DGB-Chef Sommer will "vernünftige" Lohnzuwächse

Archivmeldung vom 02.02.2012

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 02.02.2012 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Michael Sommer Bild: DGB
Michael Sommer Bild: DGB

Der Chef des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), Michael Sommer, hat sich für "vernünftige" Lohnzuwächse für die Beschäftigten in den anstehenden Tarifrunden ausgesprochen. "Die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland ist so robust, dass die Gewerkschaften durchaus vernünftige Reallohnzuwächse für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer realisieren können", sagte Sommer der Tageszeitung "Die Welt".

Das sei auch ein Beitrag zur Stärkung der Binnenkonjunktur. Es gelte aber der alte Grundsatz des DGB-Vorsitzenden, dass er sich nicht zur Tarifpolitik äußert. "Das ist Sache der Tarifvertragsparteien", sagte Sommer. Die wirtschaftlichen Risiken, die von der Euro-Krise ausgingen, sieht er dabei nicht als Hindernis. "Es gibt in diesem Land keine Krisenstimmung und keinen Grund, eine Krise herbeizureden, die wir nicht haben. Wir haben leichte Konjunkturdellen, aber keinerlei Einbrüche, und die Perspektiven für das zweite Halbjahr sind gut". Die Gewerkschaften hätten in den vergangenen Jahren bewiesen, dass sie auch mit konjunkturellen Unsicherheiten gut umgehen könnten. Im Jahr 2012 finden Tarifrunden in den drei wichtigsten Branchen des Landes statt: In der Metall- und Elektroindustrie, dem Öffentlichen Dienst und der Chemieindustrie.

Bereits kommende Woche fällt der Startschuss für zwei der Runden. Am Dienstag wird der Vorstand der IG Metall seine Forderungsempfehlung bekannt geben, am Donnerstag folgt die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi mit ihrer Forderung für den Öffentlichen Dienst.

SPD-Vize Scholz für deutlich höhere Löhne

Der stellvertretende SPD-Vorsitzende, Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz, hat sich für umfangreiche Tariferhöhungen ausgesprochen. "Deutliche Lohnzuwächse würden auch den inländischen Konsum ankurbeln", sagte Scholz der Tageszeitung "Die Welt": "Die meisten Arbeitnehmer haben in den vergangenen Jahren de facto Lohneinbußen hinnehmen müssen. Nun ist es an der Zeit, die Löhne an der Produktivitätsentwicklung zu orientieren." Mit Blick auf den Öffentlichen Dienst in Hamburg sagte Scholz, hier seien Lohnsteigerungen "eine große Herausforderung. Den Konsolidierungspfad werden wir in keinem Falle verlassen." Scholz verlangte, im Falle einer Rezession, verstärkt die Kurzarbeit zu nutzen. Es sei ein Fehler der Bundesregierung gewesen, die entsprechenden Gesetze auslaufen zu lassen. "Sollte es zu einer Krise kommen, kennen wir nun die Maßnahmen, die wirkungsvoll sind aber Gesetze, die greifen", sagte Scholz: "Das Land Hamburg wäre dann bereit, einen entsprechenden Antrag im Bundesrat einzubringen."

Quelle: dts Nachrichtenagentur

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