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Plus 6,3 Prozent: Immobilienpreise steigen weiter

Archivmeldung vom 10.02.2020

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 10.02.2020 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Andre Ott
Immobilie aus Geld: Preise ziehen massiv an. Bild: pixelio.de, Benjamin Klack
Immobilie aus Geld: Preise ziehen massiv an. Bild: pixelio.de, Benjamin Klack

Der Immobilienpreisindex des Verbands deutscher Pfandbriefbanken (vdp) erreichte am Jahresende 2019 seinen bisher höchsten Wert. Verglichen mit dem Jahresende 2018 legte der auf Basis echter Transaktionsdaten für den gesamtdeutschen Markt ermittelte Index im vierten Quartal 2019 um 6,3 Prozent auf nun 163,1 Punkte zu (Basisjahr 2010 = 100).

"Die Preise auf dem deutschen Immobilienmarkt steigen weiter - und das schon seit zehn Jahren ununterbrochen. Mittlerweile fällt der Anstieg aber nicht mehr so hoch aus wie noch vor zwei oder drei Jahren. Insbesondere in den Top 7-Städten lässt die Preisdynamik bei Wohnimmobilien angesichts der erreichten hohen Niveaus nach", unterstrich Jens Tolckmitt, Hauptgeschäftsführer des vdp. "Solange die Nachfrage das Angebot übersteigt, wird sich nichts Grundlegendes an der Preisentwicklung ändern."

Preisentwicklung im vierten Quartal 2019 im Überblick:

  • Wohn-/Gewerbeimmobilien gesamt: +6,3%
  • Wohnimmobilien in Deutschland: +6,4%
  • Wohnimmobilien in Top 7-Städten: +2,9%
  • Gewerbeimmobilien: +6,0%
  • Büroimmobilien: +8,9%
  • EZH-Immobilien: -0,2%

Geringere Preisdynamik in Top 7-Städten

Gegenüber dem Vorjahresquartal verteuerten sich Wohnimmobilien deutschlandweit um 6,4 Prozent. Damit stiegen die Preise das 20. Quartal in Folge um mehr als 5,5 Prozent. Zum aktuellen Wachstum trug der Preisanstieg bei selbst genutztem Wohneigentum (+6,6 Prozent) noch etwas stärker bei als der bei Mehrfamilienhäusern (+6,2 Prozent). Die Neuvertragsmieten legten um 3,8 Prozent zu, in den vorherigen sechs Quartalen fiel das Wachstum jedoch noch stärker aus.

In den Top 7-Städten Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Köln, München und Stuttgart stiegen die Preise für Wohnimmobilien in deutlich geringerem Maß als auf dem gesamtdeutschen Markt. Die Wachstumsrate belief sich auf 2,9 Prozent gegenüber dem Jahresende 2018, wozu sowohl selbst genutztes Wohneigentum (+3,6 Prozent) als auch Mehrfamilienhäuser (+2,7 Prozent) beitrugen. Die Neuvertragsmieten stiegen lediglich um 2,0 Prozent.

"Geringer war die Preisdynamik in den sieben Metropolen zuletzt Ende 2010. Die Entwicklung zeigt, dass Investoren offenbar nicht bereit sind, zu jedem Preis zu kaufen - ein gutes Signal. Die Marktmechanismen funktionieren. Staatlicher Eingriffe wie in Berlin mit dem Mietendeckel bedarf es dafür nicht", so Tolckmitt.

Uneinheitliche Entwicklung bei Gewerbeimmobilien

Die Preise für Gewerbeimmobilien nahmen im vierten Quartal 2019 deutschlandweit um 6,0 Prozent gegenüber dem Jahresende 2018 zu. Damit bestätigte die Wachstumsrate ungefähr das Niveau des Vorquartals (+5,9 Prozent). Der Anstieg resultiert dabei aus der Entwicklung im Bürosektor: Büroimmobilien verteuerten sich deutlich um 8,9 Prozent, während die Preise für Einzelhandelsimmobilien um 0,2 Prozent zurückgingen.

Ursache für die uneinheitliche Entwicklung bei den Gewerbeimmobilien ist einerseits die anhaltend hohe Nachfrage nach Büroflächen, ausgelöst durch die robuste Binnenkonjunktur und positive Arbeitsmarkt-Aussichten. Inzwischen liegen die Leerstandsquoten in vielen Büromärkten unter 3,0 Prozent mit der Folge, dass der vdp-Index für Neuvertragsmieten im vierten Quartal 2019 um 6,2 Prozent gestiegen ist. Der stationäre Einzelhandel wurde andererseits durch die weiter zunehmende Konkurrenz des E-Commerce belastet. Vor diesem Hintergrund verringerte sich die Nachfrage nach Einzelhandelsflächen, was sich nicht nur an den Preisen, sondern auch an den Neuvertragsmieten zeigte, die Ende 2019 - verglichen zum Vorjahresquartal - um 0,9 Prozent nachgaben.

"Die Attraktivität deutscher Gewerbeimmobilien ist ungebrochen"

"Der Strukturwandel im Einzelhandel wirkt sich unweigerlich auf die Preisentwicklung der Immobilien aus", kommentierte Tolckmitt abschließend, kam bei Betrachtung des gesamten deutschen Markts aber zu folgendem Ergebnis: "Die Attraktivität deutscher Gewerbeimmobilien ist ungebrochen. Sofern keine exogenen Schocks auftreten, deutet vieles auch hier auf eine weiter stabile Aufwärtsentwicklung hin. Das Preissteigerungspotenzial wird aber kleiner."

Über den vdp-Immobilienpreisindex

Der Verband deutscher Pfandbriefbanken (vdp) veröffentlicht vierteljährlich auf Basis stattgefundener Transaktionen Miet- und Preisindizes zur Entwicklung der Wohn- und Gewerbeimmobilienmärkte. Der durch das Analysehaus vdpResearch erstellte Index ist Bestandteil der Immobilienpreisbeobachtung der Deutschen Bundesbank. Grundlage bilden die von über 600 Kreditinstituten der deutschen Finanzwirtschaft eingelieferten Transaktionsdaten (tatsächlich realisierte Kaufpreise und Mieten) zu ihrem Immobilienfinanzierungsgeschäft.

Quelle: Verband deutscher Pfandbriefbanken (vdp) (ots)

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