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Tarifverdienste im 3. Quartal 2019: +4,2 % zum Vorjahresquartal

Freigeschaltet am 29.11.2019 um 08:09 durch Andre Ott
Statistisches Bundesamt
Statistisches Bundesamt

Foto: Martin Kraft / Eigenes Werk
Lizenz: CC BY-SA 3.0
Die Originaldatei ist hier zu finden.

Die Tarifverdienste in Deutschland sind im 3. Quartal 2019 um durchschnittlich 4,2 % gegenüber dem 3. Quartal 2018 gestiegen. Dieser höchste Anstieg seit Beginn der Zeitreihe im Jahr 2010 ist vor allem auf das in der Metall-Tarifrunde 2018 vereinbarte tarifliche Zusatzgeld zurückzuführen.

In der Statistik berücksichtigt sind tarifliche Grundvergütungen und tariflich festgelegte Sonderzahlungen wie Einmalzahlungen, Jahressonderzahlungen oder tarifliche Nachzahlungen. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, lag der Anstieg ohne Sonderzahlungen im 3. Quartal 2019 im Vorjahresvergleich bei 2,8 %. Im gleichen Zeitraum stiegen die Verbraucherpreise um 1,5 %.

Tarifverdienste im Verarbeitenden Gewerbe durch Sondereffekt um 8,9 % gestiegen

Der vergleichsweise starke Anstieg der Tarifverdienste im 3. Quartal 2019 im Vergleich zum Vorjahresquartal ist vor allem auf einen Sondereffekt im Verarbeitenden Gewerbe (+8,9 %) zurückzuführen: Im Juli 2019 wurden in der Metall- und Elektroindustrie ein tarifliches Zusatzgeld ("T-Zug") in Höhe von 27,5 % eines Monatsentgeltes sowie eine Einmalzahlung in Höhe von 400 Euro gezahlt. Überdurchschnittlich stark stiegen die Tarifverdienste mit Sonderzahlungen im 3. Quartal 2019 auch im Bereich "Erziehung und Unterricht". Dies ist vor allem auf Erhöhungen der Besoldungen für Landesbeamtinnen und -beamte (außer in Mecklenburg-Vorpommern) zurückzuführen, die größtenteils schon für die Vorquartale beschlossen, aber erst im 3. Quartal 2019 mit entsprechenden Nachzahlungen ausgezahlt wurden. Auch in den Bereichen Land- und Forstwirtschaft, Fischerei (+4,2 %) sowie im Handel, Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen (+4,0 %) waren die Tarifverdienste deutlich höher als im 3. Quartal 2018.

Unterdurchschnittlich stiegen die Tarifverdienste mit Sonderzahlungen beispielsweise bei den Finanz- und Versicherungsdienstleistungen (+0,5 %) sowie im Bereich Kunst, Unterhaltung und Erholung (+0,4 %). In der Wasserversorgung und Entsorgung waren die Tarifverdienste im 3. Quartal 2019 um 1,1 % niedriger als im Vorjahresquartal. Zurückzuführen ist dieser Rückgang vor allem auf hohe Nachzahlungen im 3. Quartal 2018, die aus der verspäteten Auszahlung von Tariferhöhungen resultierten. Ohne Berücksichtigung der Sonderzahlungen stiegen die Tarifverdienste in diesem Wirtschaftsbereich um 4,2 % im Vergleich zum Vorjahresquartal.

Weiterführende Informationen

Detaillierte Daten zur Tarifentwicklung in ausgewählten Wirtschaftszweigen bietet die Fachserie 16, Reihe 4.3 (Tarifindex). Die dazugehörende Veröffentlichung "Lange Reihe" enthält zusätzliche Angaben zu den tariflichen Stundenverdiensten mit und ohne Sonderzahlungen in der Gesamtwirtschaft gegliedert nach Leistungsgruppen und Geschlecht. Die vollständigen Quartals- und Jahresergebnisse können in der Datenbank GENESIS-Online über die Tabellen "Vierteljährlicher Index der Tarifverdienste" (62221-0001) und (62221-0002) abgerufen werden, die Ergebnisse des monatlichen Index der Tarifverdienste über die Tabelle "Monatlicher Index der Tarifverdienste" (62231-0001). Eine Übersicht samt Schaubild über die aktuellen Tarifabschlüsse und eine Zusammenstellung ausgewählter Öffnungsklauseln im zweiten Halbjahr 2019 enthält die Fachserie 16, Reihe 4 (Tarifverdienste).

Quelle: Statistisches Bundesamt (ots)

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