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Personalüberhang bei Lufthansa beträgt 22.000 Vollzeitstellen

Archivmeldung vom 16.06.2020

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 16.06.2020 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch André Ott
Entlassen, feuern, kündigen und freistellen (Symbolbild)
Entlassen, feuern, kündigen und freistellen (Symbolbild)

Bild: S. Hofschlaeger / pixelio.de

Der perspektivische Personalüberhang bei den Unternehmen der Lufthansa-Gruppe beträgt insgesamt 22.000 Vollzeitstellen, die Hälfte davon in Deutschland. Das teilte die Lufthansa am Montagabend mit.

Demnach wurden zuvor den Lufthansa-Betriebsräten im Konzernwirtschaftsausschuss konkrete Zahlen der personellen Überkapazitäten vorgestellt und erläutert. Die voraussichtlich nach der Krise auf Dauer überzähligen 22.000 Vollzeitstellen verteilen sich nach Lufthansa-Angaben auf alle Geschäftsfelder und nahezu alle Unternehmen der Gruppe.

Allein der Flugbetrieb der Lufthansa-Airline ist demnach perspektivisch mit rechnerisch knapp 5.000 Stellen betroffen, davon 600 Stellen von Piloten, 2.600 von Flugbegleitern und 1.500 von Bodenmitarbeitern. Ebenfalls betroffen sind weitere 1.400 Stellen in der Zentrale und bei anderen Konzerngesellschaften in der Administration. Lufthansa-Technik hat weltweit einen Personalüberhang von rund 4.500 Stellen, davon 2.500 in Deutschland. Im Cateringgeschäft der LSG-Group sind weltweit 8.300 Stellen betroffen, davon 1.500 in Deutschland. "Nach unseren aktuellen Annahmen über den Geschäftsverlauf der kommenden drei Jahre haben wir allein bei Lufthansa perspektivisch keine Beschäftigung für jeden siebten Piloten und jeden sechsten Flugbegleiter sowie zahlreiche Mitarbeiter am Boden", sagte Michael Niggemann, Lufthansa-Vorstand für Personal und Recht.

Diese Überkapazitäten könnten demnach sogar noch ansteigen, wenn man nicht einen Weg finde, mit "wettbewerbsfähigen Personalkosten" durch die Krise zu kommen. "Wir wollen daher schnell zu den dringend notwendigen Krisenvereinbarungen mit unseren Tarifpartnern kommen." Zielsetzung sei dabei, "möglichst viele Kollegen" über die Krise hinweg an Bord halten und betriebsbedingte Kündigungen zu vermeiden. "Dazu müssen die Verhandlungen über die Krisenvereinbarungen gemeinsam zum Erfolg führen", so Niggemann.

Angesichts der gravierenden Folgen der Corona-Pandemie für die gesamte Airline-Industrie gelte die Notwendigkeit zur Restrukturierung für nahezu alle Unternehmen der Gruppe, teilte das Unternehmen weiter mit. Demnach wird der Flugbetrieb von Germanwings nicht wiederaufgenommen, Eurowings verringert die Personalkapazität in der Verwaltung um 30 Prozent und streicht dafür 300 Stellen. Bei Austrian Airlines gibt es nach Unternehmensangaben aufgrund der Flottenverkleinerung einen Personalüberhang von 1.100 Stellen. Brussels Airlines soll ihre Kapazitäten um 1.000 Stellen reduzieren, bei Lufthansa Cargo sind es 500 Stellen. Mit "Kurzarbeit, kollektiven Vereinbarungen zur Absenkung der Wochenarbeitszeit oder anderen kostensenkenden Maßnahmen" sollen Personalüberkapazitäten zum Teil kompensiert werden. Die dafür notwendigen Krisenvereinbarungen sollen bis zum 22. Juni vereinbart werden, so die Lufthansa.

Quelle: dts Nachrichtenagentur

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