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IW-Studie: Betriebe stellen mehr unbefristete Arbeitnehmer ein

Archivmeldung vom 04.02.2020

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 04.02.2020 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch André Ott
Bild: Gerd Altmann/AllSilhouettes.com / pixelio.de
Bild: Gerd Altmann/AllSilhouettes.com / pixelio.de

Zwischen 2012 und 2017 haben 42 Prozent der deutschen Betriebe mehr unbefristete Beschäftigte eingestellt. Dies geht aus einer aktuellen Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) hervor. Elf Prozent der Arbeitgeber hätten dagegen in diesem Zeitraum die befristete Beschäftigung ausgeweitet.

Die weit verbreitete Überzeugung, dass unbefristete Arbeitnehmer nach und nach durch befristete ausgetauscht werden, sei also nicht erkennbar, so das Institut. Der Trend gehe sogar in die entgegengesetzte Richtung, wie ein Blick auf den Arbeitsmarkt zeige. Im gleichen Zeitraum sei die Anzahl befristeter Beschäftigter von 2,64 auf 2,55 Millionen gesunken, obwohl insgesamt immer mehr Menschen eine Stelle hätten, heißt es in der IW-Studie weiter. Befristungen gehören zu den sogenannten atypischen Erwerbsformen. Dazu zählen auch Zeitarbeits- und Werkverträge, die genau wie befristete Verträge immer wieder in der Kritik stehen.

Laut IW ist auch hier der Ärger über die flexiblen Modelle unbegründet. Nur rund neun Prozent der Betriebe habe die Anzahl der atypischen Beschäftigungen erhöht, ohne auch die unbefristeten Stellen auszuweiten. Dafür hätten knapp 36 Prozent der Unternehmen mehr normale und keine weiteren flexiblen Verträge abgeschlossen, heißt es in der IW-Studie. Zur Kostensenkung schienen die Betriebe also keine flexiblen Erwerbsformen zu nutzen, so das Institut. Vielmehr gehe es den Arbeitgebern um Unsicherheit. Die Auswertung habe ergeben, dass Betriebe gerade dann mehr Befristungen eingehen, wenn die wirtschaftliche Zukunft sehr ungewiss sei, teilte das IW mit. Die wirtschaftliche Entwicklung sei bis 2017 sehr stabil verlaufen. Deswegen seien in dieser Zeit auch mehr unbefristete Mitarbeiter gesucht worden.

"Dass Betriebe ihre Mitarbeiter willkürlich befristen, ist ein Mythos", sagte Studienautor Holger Schäfer. Vielmehr gebe es "dafür gute Gründe, etwa wirtschaftliche Unsicherheit". Eine stärkere Regulierung, wie die Bundesregierung derzeit bei Befristungen plane, würde den Betrieben und dadurch auch den Arbeitnehmern eher schaden, so der Studienautor weiter.

Quelle: dts Nachrichtenagentur

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