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Drohnenwirtschaft in Deutschland wird ausgebremst

Archivmeldung vom 13.06.2017

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 13.06.2017 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Eine Gruppe von verschiedenen Drohnen.
Eine Gruppe von verschiedenen Drohnen.

Lizenz: Public domain
Die Originaldatei ist hier zu finden.

Wie weit die technische Entwicklung bereits ist, beschreibt die Marktanaylse „Fly High“. Der Research-Bereich der Agentur „Ahnen&Enkel“ in Berlin hat dazu führende Branchenvertreter aus Deutschland befragt und vorhandene Studien aus dem deutsch- und englischsprachigen Raum ausgewertet.

Danach sind 2017 schätzungsweise über eine Million Drohnen allein in Deutschland in Betrieb, ein erheblicher Teil davon im kommerziellen Einsatz. Damit gibt es hierzulande bereits mehr Drohnen als Flugzeuge – Tendenz, deutlich steigend.

Wie die Marktanalyse zeigt, werden Multikopter und andere Drohnen nicht mehr nur im Hobbybereich oder für Film- und Fotoaufnahmen genutzt. In einigen kommerziellen Anwendungsfeldern gibt es stabile Märkte für den Einsatz von Drohnen, in denen auch weiter ein kontinuierliches Wachstum zu erwarten ist. Insbesondere gilt das für den Bereich Infrastruktur: Drohnen werden hier eingesetzt, um schwer erreichbare Gebäude und Industrieanlagen zu inspizieren und zu warten, um Baufortschritte zu dokumentieren, sowie um Bauflächen zu analysieren, etwa bei der Planung von Straßen.

In der Landwirtschaft etabliert sich der Einsatz von Drohnen für das so genannte Precision Farming, also der metergenauen Steuerung von Saat, Düngungen und Bewässerung. Und auch Feuerwehr, Polizei und Bundespolizei setzen immer häufiger auf die Vorteile ziviler Drohnen.

Auch wenn der Einsatz von Drohnen für logistische Aufgaben wie das Ausfliegen von Paketen in den Medien besonders stark beachtet wird, steckt die Technik gerade hier noch in den Kinderschuhen. Neben den Kosten und Sicherheitsfragen stehen dabei vor allem die rechtlichen Beschränkungen einer schnellen Weiterentwicklung im Weg. „Insbesondere Drohnen zur Personenbeförderung werden so lange Science Fiction bleiben, bis hier ein rechtlicher Rahmen geschaffen wurde“, so Prof. Dr. Martin Maslaton über verschiedenen Projekte zu Lufttaxis.

Drohnen werden ihr erhebliches Potenzial vor allem dann entfalten, wenn sie autonom und automatisierst eingesetzt werden können. Die derzeitige Rechtslage in Deutschland verbietet jedoch autonome Drohnenflügen.

„Wir sehen 2017 darum als ein verlorenes Jahr für Deutschland. Wegen Überregulierung und einem Mangel an Testfeldern für neue Anwendungen besteht inzwischen sogar die Gefahr, ganz von internationalen Wettbewerbern überholt zu werden“, erklärt BVZD-Vorstandsvorsitzender Frank Lochau.

Die Marktanalyse „Fly High“ kommt zu dem Schluss, dass in Deutschland dringend eine Regelung für das Luftraummanagement im bodennahen Luftraum entwickelt werden muss. Internationale Unternehmen, insbesondere aus der US-amerikanischen Internetbranche, arbeiten hier intensiv an eigenen Lösungen. Wenn diese Lösungen auch in Europa übernommen werden, wandern auch die damit verbundenen Dienstleistungen zu den US-Firmen ab.

„Hier ist es entscheidend, zeitnah alle relevanten Akteure einzubeziehen und schnellstmöglich in Deutschland alltagspraktische, entwicklungsfreundliche Ansätze zum Luftraummanagement von autonomen Drohnen zu schaffen“, so Prof. Dr. Maslaton.

Quelle: BVZD – Branchenverband Zivile Drohnen

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