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Einzelhändler fürchten Folgen von Handelskonflikt für Verbraucher

Archivmeldung vom 02.03.2018

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 02.03.2018 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch André Ott
Die neue Zukunft in Innenstädten wegen Fahrverboten? (Symbolbild)
Die neue Zukunft in Innenstädten wegen Fahrverboten? (Symbolbild)

Bild: Eigenes Werk /OTT

Ein Handelskonflikt mit den USA hätte nach Ansicht von Unternehmern unangenehme Folgen für die Konsumenten in Europa. "Für die Verbraucher würden die Gegenmaßnahmen zu spürbaren Preissteigerungen führen", warnte Matthias Händle, der Präsident der Außenhandelsvereinigung des deutschen Einzelhandels (AVE), der "Welt".

Händle appellierte an die Politik, die Eskalation nicht außer Kontrolle geraten zu lassen. "Eigene Schutzzölle der EU auf amerikanische Produkte dürfen, wenn überhaupt, nur mit Augenmaß erhoben werden, da sie den Außenhandel massiv schädigen", sagte er. Die AVE unterstütze jedoch eine Klage der EU vor der WTO, wie die Kommission in Brüssel sie erwägt. Denkbar sei auch, einen Katalog möglicher Gegenmaßnahmen zunächst vorzustellen und der US-Regierung eine Reaktionszeit einzuräumen. So lasse sich politischer Druck erzeugen. Die Strafzölle und die Reaktionen darauf könnten sich gegenseitig so weit hochschaukeln, dass sie schwere Schäden in der deutschen und europäischen Außenwirtschaft verursachen würden, warnte Händle. Zudem drohe die Gefahr, dass sich andere Staaten an der protektionistischen Handelspolitik der USA orientieren und ebenfalls unrechtmäßige Handelshemmnisse einführten.

Am Ende wäre das gesamte Welthandelssystem in Frage gestellt. "Wir sollten uns immer wieder vor Augen führen, welchen Wohlstandsgewinn wir weltweit den offenen Märkten verdanken. Dies darf nicht leichtfertig aufs Spiel gesetzt werden," sagte er. Ökonomen befürchten, dass Trump mit seinen protektionistischen Nadelstichen andere Länder ermuntert, es ihm gleich zu tun. Damit stünde der Freihandel, wie er derzeit existiert, auf der Kippe. "Die Handelspartner der USA, beispielsweise die Europäer müssen Gegenmaßnahmen ergreifen, andernfalls könnten sich weitere Staaten, zum Beispiel Indien, Russland oder China dazu verleitet fühlen, ebenfalls Zollhürden zu errichten", sagt Gabriel Felbermayr, Leiter des Ifo-Zentrums für Außenwirtschaft, gegenüber "Welt".

Mit Gegenmaßnahmen wie Strafzöllen auf US-Produkte, die nicht mit der WTO abgestimmt sind, würden sich die Europäer zwar ebenfalls ins Unrecht setzen. "Aber ich glaube nicht, dass es sich die Vertreter der EU erlauben können, ein Verfahren vor der WTO abzuwarten. Die Organisation ist derzeit aufgrund der nur unzureichend besetzten Richterstellen dort gar nicht in der Lage, schnell zu reagieren", so Felbermayr. "Was wir hier erleben, ist nicht nur ein bereits ausgebrochener Handelskonflikt, sondern eine tiefe Krise der Welthandelsorganisation WTO."

Quelle: dts Nachrichtenagentur

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