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Sturz eines Denkmals: Josef Ackermann geht als schlechter Verlierer

Archivmeldung vom 30.09.2013

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 30.09.2013 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Josef Ackermann am 40. St. Gallen Symposium im Mai 2010
Josef Ackermann am 40. St. Gallen Symposium im Mai 2010

Foto: International Students’ Committee
Lizenz: CC-BY-SA-3.0
Die Originaldatei ist hier zu finden.

Der frühere Deutsche-Bank-CEO Josef Ackermann verlässt die öffentliche Bühne als schlechter Verlierer. Nach seinem Abgang als Siemens-Aufsichtsratsvize und Zurich-Verwaltungsratschef hätten seine Kommunikationsberater massiv versucht, Ackermanns Lesart der Ereignisse durchzudrücken, berichten Wirtschaftsjournalisten. Dabei sei hinter den Kulissen teils kräftig gegen die Konzerne und die beteiligten Personen geschossen worden.

Zurich musste im September sogar den Kapitalmarkt beruhigen, nachdem Ackermanns Umfeld den Schweizer Versicherer hinter vorgehaltener Hand als "Schlafwagengesellschaft" tituliert habe, der "für die Zukunft nicht gerüstet" sei, wie das Schweizer Wirtschaftsmagazin Bilanz schrieb. Hintergrund ist der Selbstmord von Zurich-Finanzchef Pierre Wauthier, der Ackermann Ende August in einem Abschiedsbrief für seinen Suizid verantwortlich gemacht haben soll.

In Deutschland lässt sich Ackermann gegenüber der Öffentlichkeit seit 2007 vom früheren WirtschaftsWoche-Chefredakteur Stefan Baron vertreten, in der Schweiz von Jörg Neef, Partner der renommierten Züricher Kommunikationsberatung Hirzel.Neef.Schmid.Konsulenten. Beobachter erkennen im Vorgehen von Ackermanns Umfeld ab etwa 2011 ein durchgängiges Reaktionsmuster auf Rückschläge. Seit der Schlammschlacht um seine Nachfolge als Chef der Deutschen Bank trete der Manager gegen seine früheren Arbeitgeber nach und hinterlasse verbrannte Erde, wenn sein Wille nicht Gesetz werde.

So platziere er bis heute Spitzen vor allem gegen Co-Chef Anshu-Jain, der Ackermann vor anderthalb Jahren bei dem größten deutschen Geldinstitut ablöste. Für seinen Rücktritt als Siemens-Aufsichtsrat machte er bei der Präsentation von Stefan Barons Buch "Späte Reue" im September "Diskrepanzen in Stil- und Fairnessfragen" bei der Absetzung von CEO Peter Löscher verantwortlich. Zudem habe er nach Auskunft von Veranstaltungsteilnehmern erneut auf "erheblichen strategischen und operativen Handlungsbedarf" bei Zurich hingewiesen.

Stefan Baron widerspricht der Darstellung, Ackermann trete nach. Der PR-Berater macht "Fehldeutungen in einigen wenigen Medien" für die Vorwürfe gegen den Manager verantwortlich. Das Medienbild des Schweizers, der in der Finanzkrise vom Buhmann zum Superstar avancierte, verschlechterte sich zuletzt rasant. Neu ist, dass das Echo auch in einigen Schweizer Medien negativer geworden ist. Kritische Berichte erschienen neben dem Magazin Bilanz etwa in der Neuen Zürcher Zeitung und im Tages-Anzeiger.

Das prmagazin analysiert in seiner Oktober-Ausgabe die Gründe für den Sturz des Denkmals Josef Ackermann.

Quelle: prmagazin (ots)

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