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E-Autos verlieren rapide an Wert

Archivmeldung vom 13.07.2021

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 13.07.2021 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Sanjo Babić
Capital Ausgabe 8/2021 /  Bild: Capital, G+J Wirtschaftsmedien Fotograf: Capital, G+J Wirtschaftsmedien
Capital Ausgabe 8/2021 / Bild: Capital, G+J Wirtschaftsmedien Fotograf: Capital, G+J Wirtschaftsmedien

Die hohe Kaufprämie für Elektroautos bringt den Markt für Gebrauchtwagen durcheinander. Das berichtet das Wirtschaftsmagazin CAPITAL in seiner neuen Ausgabe (8/2021, EVT: 15.7.). Während das Interesse der Käufer an neuen Batterieautos groß ist, lassen sich gebrauchte wegen des geringen Preisunterschieds kaum noch absetzen.

Nach einer Studie der Deutschen Automobil Treuhand (DAT), eines Datendienstleisters der Autoindustrie, geben 52 Prozent der im Juni befragten deutschen Autohäuser an, sie würden gebrauchte Elektroautos "nur mit starken Nachlässen" los. "Die Förderprämien drücken die Restwerte der gebrauchten Elektroautos nach unten", sagt Andreas Radics, Executive Partner der auf Autothemen spezialisierten Beratung Berylls. "Das ist vor allem für ältere Modelle ein Problem."

Die aus den Fugen geratenen Preise stellen ein etabliertes System infrage: Bisher konnten Autokäufer und -händler relativ gut kalkulieren, wie viel ein Wagen nach vier oder fünf Jahren und etwa 80 000 Kilometern auf dem Tacho noch wert sein wird. Nun aber können Neuwagenkäufer bei E-Autos einen Preisabschlag von bis zu 9 000 Euro netto erzielen. Damit schrumpft der Abstand zu gebrauchten Modellen, für die keine Förderung gezahlt wird. Hinzu kommt, dass bei E-Autos die Innovationen bei Software und Batterien so schnell kommen, dass neue Wagen schneller veralten.

Eine weitere Absurdität der neuen Elektrowelt zeigt sich auf dem Leasingmarkt: Aktuell werden Neuwagen über Leasingverträge mit sehr niedrigen Raten vertrieben. Da diese Raten mit den erwarteten Restwerten kalkuliert werden, sollten sie bei sinkenden Restwerten in die Höhe gehen. Das allerdings findet nicht statt. "Der Antrieb, Elektroautos abzusetzen, ist so hoch, dass die Preise im Sinkflug sind", sagt Lukas Steinhilber, Chef der Leasing-Plattform Vehiculum. "Einer wirtschaftlichen Logik folgt das nur bedingt." Nach einer Analyse von Vehiculum sind die Angebote für E-Autos zuletzt sogar noch günstiger geworden - während sie bei Verbrennern stabil blieben. Der Grund: Die Autohersteller drücken Elektroautos in den Markt, um die EU-Abgasvorgaben zu erfüllen. "Das oberste Ziel der Hersteller und Importeure ist es, die CO2-Grenzwerte für die Neuzulassungen einzuhalten. Sonst drohen Strafzahlungen", sagt Martin Weiss, Leiter der DAT-Fahrzeugbewertung. "Hierbei helfen ihnen sicher attraktive Leasingraten."

Quelle: Capital, G+J Wirtschaftsmedien (ots)

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