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Kanu-Olympiasieger Brendel kritisiert Sportsystem

Archivmeldung vom 28.08.2013

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 28.08.2013 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Manuel Schmidt
Sebastian Brendel
Sebastian Brendel

Foto: Kanuoli
Lizenz: CC-BY-SA-3.0
Die Originaldatei ist hier zu finden.

Kanu-Star Sebastian Brendel kann nicht verstehen warum das deutsche Sportsystem es nicht hergibt Olympiasieger so großzügig zu behandeln wie in Polen oder Ungarn. "Hochleistungssport ist doch eine brutale Knüppelei, geht extrem an die körperliche Substanz", sagte der Olympiasieger von London im Canadier über 1.000 Meter im Gespräch mit der "Welt".

"In Polen oder Ungarn werden Olympiasieger Steuervorteile gewährt, bekommen sie außerdem ab dem 35. Lebensjahr eine monatliche Rente in Höhe von etwa 500 Euro zur Absicherung im Alter. Ein Doppel-Olympiasieger bekommt noch mehr. Warum ist das in Deutschland nicht machbar? Der deutsche Spitzensport würde davon sicher profitieren."

Als traurig empfindet Brendel auch, dass der Kanurennsport trotz seiner langjährigen Erfolge überregional offenbar nicht zu vermarkten ist. "Mit leuchtet es einfach nicht ein, warum da nichts passiert", sagte der viermalige Europameister vom KC Potsdam. "Wir Kanuten stehen doch für ein sauberes Image, für permanente Erfolge, für Zuverlässigkeit, für Kraft, für Power. Doch vielleicht sind wir zu seriös, zu anständig, zu brav. Es fehlen eben die polarisierenden Schlagzeilen. Scheiße zu bauen, nur um auf sich aufmerksam zu machen, wäre aber nicht mein Ding.

"Vielleicht", sagt sich Brendel, "sollte ich mal nackt paddeln." Selbst wenn er noch einmal Olympiasieger und noch mehrmaliger Weltmeister werden sollte, hätte er finanziell niemals ausgesorgt, sagte Brendel weiter. "Ich kenne auch keinen, der als Kanute zum Millionär geworden ist. Ich verdiene in einem Jahr nicht einmal das, was die meisten Fußballer nur als Auflaufprämien bekommen, die sich ja wohl mindestens im sechsstelligen Bereich bewegen. Wir Kanuten sind auch nur drei Mal pro Jahr im Fernsehen zu sehen, und das vielleicht eine Stunde, wenn`s hoch kommt. Insofern ist nachvollziehbar, wenn die Sponsoren sich sagen, dass bringt uns nichts. Die Fußballer leben da in einer eigenen Welt, eben wie auf Wolke sieben."

Auf jeden Fall möchte sich Brendel beim Kanu-Weltverband ICF dafür stark machen, dass seine Sportart künftig mehr in der Öffentlichkeit präsent ist. "Wir brauchen endlich ein attraktiveres Wettkampfprogramm", forderte der Bundespolizist. "Neben den Weltmeisterschaften und Europameisterschaften gibt es jährlich lediglich drei Weltcuprennen, dass ist doch ein Hohn! Wir müssten, wie in der Formel 1 auch, eine Rennserie haben, die über Monate geht, meinetwegen mit zehn, fünfzehn Rennen, damit wir in der Öffentlichkeit überhaupt erst einmal wahrgenommen werden. Dann wird es sicher auch leichter, einen Fernsehpartner zu finden."

Natürlich müsse es dabei auch um ein ordentliches Preisgeld gehen, sagte er. Zweimal hat er den Gesamtweltcup gewonnen und jeweils nur 5.000 Euro als Prämie bekommen. "Das verdient schon so mancher Fußballer monatlich in der fünften Liga. Die Pokale bekam ich übrigens per Post zugeschickt."

Quelle: dts Nachrichtenagentur

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