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ARD-Sportkoordinator Balkausky: „Wir hätten uns Lahm deutlicher gewünscht“

Archivmeldung vom 18.07.2018

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 18.07.2018 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Philipp Lahm
Philipp Lahm

Foto: Harald Bischoff
Lizenz: CC-BY-SA-3.0
Die Originaldatei ist hier zu finden.

Nachdem ARD-Experte Philipp Lahm bei seinen WM-Analysen für den Sender eher blass blieb, übt Sportkoordinator Axel Balkausky Kritik. „Philipp Lahm in unserem Team zu haben war aufgrund seiner Erfahrung sicher sehr belebend“, sagt Balkausky dem Magazin SPORT BILD. „Manchmal hätten wir uns aber noch mehr von diesem Erfahrungsschatz und noch deutlichere Einschätzungen gewünscht.“

Lahm hatte im sozialen Netzwerk LinkedIn deutliche Kritik an Joachim Löw und Mesut Özil geübt. Demnächst sei laut Balkausky eine Analyse geplant: „Wir werden mit Philipp Lahm sicherlich noch einmal grundsätzlich über unsere gemeinsamen Sendungen sprechen. Bislang gab es dazu allerdings noch keine Möglichkeit.“ Ob es eine weitere Zusammenarbeit gibt, hält er sich offen: „Wie wir uns in Zukunft aufstellen, werden wir im Anschluss an die WM in Ruhe und gemeinsam mit den ARD-Sportchefs besprechen und entscheiden.“

Völler widerspricht Lahm: „Jogi Löw muss sich gar nicht ändern!“

Bayer Leverkusens Geschäftsführer Rudi Völler verteidigt Joachim Löw. Nachdem Weltmeister-Kapitän Philipp Lahm den Führungsstil des Bundestrainers kritisiert hatte, sagt Völler in SPORT BILD: „Jogi Löw muss sich gar nicht ändern. Er weiß, wie er die Mannschaft zu führen hat.“

Den Vorwurf Lahms, Löw müsse die neue Spielergeneration mit klareren Ansprachen auf Kurs halten, kann Völler, als Spieler-Weltmeister 1990 und 2002 als DFB-Teamchef, nicht nachvollziehen. „Jogi hat das auf seine Art und Weise über Jahre hinweg sehr gut gemacht. Sein größtes Pfund als Bundestrainer ist doch: Er kann einladen, wen er gerade für richtig hält, und die Spieler müssen sich nach ihm richten. Als Vereinstrainer hast du diese Möglichkeit und Macht nicht. Deshalb braucht Jogi seine Ansprache auch nicht zu verändern. Er wird die Spieler auf seine Art reizen“, sagt Völler und erklärt: „Vor einem Jahr hat Jogi mit diesen jungen Spielern den Confed Cup gewonnen. Er weiß, mit welcher Generation er es zu tun hat. Und die Spieler der anderen Nationen sind doch genauso. Oder glauben Sie, dass die Franzosen anders sind?“ Dass der aktuelle Weltmeister-Trainer Didier Deschamps seine Mannschaft mit anderen Methoden führt, glaubt Völler nicht.

Völler widerspricht der Lahm-Kritik in SPORT BILD deutlich: „Es ist mir zu oberflächlich zu sagen, dass wir wegen eines bestimmten Führungsstils oder einer falschen Ansprache ausgeschieden sind. Wir leben im Zeitalter von Instagram und Snapchat. Die Spieler posten Fotos von sich, bei denen ich als Spieler darauf geachtet habe, dass sie kein Fotograf von mir macht. Das ist heute so. Das gab es aber auch vor vier Jahren schon, als wir Weltmeister wurden. Und ein Mbappé macht das auch. Aber er kommt im Eins-gegen-eins an seinem Gegenspieler vorbei und schießt den Ball ins Eck. Nur das zählt. Das ist die Wahrheit.“

Quelle: SPORT BILD

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