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Graneruds Mutter sieht Doppelsieg ihres Sohnes

Archivmeldung vom 06.02.2023

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 06.02.2023 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Die Mühlenkopfschanze, ist die größte Großschanze der Welt. Bild: ExtremNews / Karl Koch
Die Mühlenkopfschanze, ist die größte Großschanze der Welt. Bild: ExtremNews / Karl Koch

Halvor Egner Granerud hat zu seinem zweiten Doppelsieg in Willingen seine Mutter Marit Egner nach Willingen mitgebracht. Bei schwierigen Bedingungen blieb der Norweger auch am Schlusstag mit 147,5 und 142 m bei Nieselregen und Nebel in der Spur, die anderen Springern leichte Probleme bereitete. Mit 273 Punkten verwies er den wieder stärker werdenden Ryoyu Kobayashi (252,3/134,5+45,5) und seinen Landsmann Daniel Andre Tande (249,2/141,5+139 m) auf die Podestplätze.

Granerud hatte Tande schon am Nachmittag nach dem Dreifachsieg für Japan bei den Skispringerinnen zuvor den möglichen Qualifikationssieg weggeschnappt und ließ in Willingen nichts anbrennen.

Vor noch einmal 16.125 Zuschauern, die im Regen ausharrten und die Gesamtbilanz an den drei Tagen auf der Mühlekopfschanze auf 46.375 Fans erhöhten, blieb die erhoffte Leistungssteigerung der DSV-Adler aus. Markus Eisenbichler (220,7/132+135), Andreas Wellinger (217,9/132+131) und Stephan Leyhe (217,7/133,5+133 m) landeten dicht beieinander auf den Plätzen neun, elf und zwölf. Für den Willinger Lokalmatador nach Rang 14 am Samstag immerhin die beiden besten Saisonergebnisse und die Hoffnung auf die WM-Teilnahme in Planica. Nach kurzer Nacht geht es nicht nur für das deutsche Team um 3 Uhr nachts Richtung Frankfurt und in den Flieger in die USA, wo in Lake Placid der nächste Weltcup stattfindet.

Karl Geiger hatte schon beim Aufwärmen verspürt, dass es nicht sein Tag werden würde. Platz 21 mit 120,5 und 126,5 m bestätigten dies im Wettkampf. Auch Constantin Schmid hatte mehr erwartet als 122 und 127 m sowie Platz 23. Lehrgeld musste Philipp Raimund bezahlen, der nicht das Finale der besten 30 erreichte. Dafür sicherte sich der Schweizer Simon Ammann die ersten Weltcup-Punkte auf Platz 28. Auch sein Ziel ist die WM in Slowenien, wo er das derzeit nicht gerade überzeugende Schweizer Team stärken will. „Das waren heute Bedingungen für die Routiniers, die Springer mit viel Erfahrung“, beschrieb er den Kampf des Willinger „Kosmetikteams“ um eine Anlaufspur, die am Ende fast 1.000 Sprünge aushalten musste.

Granerud baute auch seine Führung im Gesamt-Weltcup aus, da Polens Dawid Kubacki noch hinter Leyhe nur auf Platz 17 landete. Der mehrfache Willingen-Sieger Kamil Stoch war als 51ster in der Qualifikation gescheitert, Pjotr Zyla auf Platz sieben so bester Pole. Und auch Timi Zajc versöhnte sich nach seinem spektakulären 161,5-Meter-Crash am Freitag mit der größten Großschanze der Welt. Auf Platz zehn war er hinter Ziga Jelar (5.) und Domen Prevc (6.) und unterstrich seine Anwartschaft auf einen Platz im WM-Team seines Landes. Oldie Manuel Fettner (4.) und Michael Hayboeck (8.) hielten Österreichs Fahne hoch. Stefan Kraft landete nur auf Platz 13.

Stimmen der Pressekonferenz

Halvor Egner Granerud: "Ich bin definitiv nicht unbesiegbar, im zweiten Durchgang heute wurde ich nur Zweiter. Je mehr Sprünge wir haben, umso besser für mich, weil meine Sprünge auf einem hohen Level sind, ich bin aktuell in guter Form. Darüber bin ich sehr glücklich. Auch die Schanze mag ich sehr, es ist eine meiner liebsten – zumal ich hier die meisten Siege geholt habe. An meiner Technik muss ich trotzdem ständig arbeiten, weil das Gefühl bei jedem Sprung etwas anders ist.
Ich habe den Eindruck, dass Willingen etwas unterschätzt wird – die Stimmung ist sehr gut, hierher kommen sehr viele Fans. Meine Eltern waren an diesem Wochenende auch hier, sie hatten eine tolle Zeit – auch im Bierzelt. Auf die nächste Station in den USA freue ich mich. Die amerikanischen Skispringer haben schon berichtet, dass es ein schöner Ort ist. Hoffentlich können wir dort gute Sprünge zeigen. Außerdem hoffe ich, dass es sehr amerikanisch wird, mit einer Party an der Schanze und tollen Zuschauern. Danke für das Wochenende!"

Ryoyu Kobayashi: "Es war ein tolles Wochenende in Willingen, mit so vielen Zuschauern. Meine Sprünge waren an allen Tagen gut. Ich bin glücklich darüber, dass mir am Ende noch ein solcher Sprung gelungen ist. Mein Ziel ist es immer, meine besten Sprünge zu zeigen. Auf den Weltcup in den USA freue ich mich schon, weil es für mich der erste Wettkampf dort ist."

Daniel Andre Tande: "Ich bin sehr zufrieden mit meiner heutigen Leistung. Beide Qualifikationen an diesem Wochenende waren sehr gut, heute ist es mir gelungen, die Leistung auch im Wettkampf zu zeigen, über das Podium freue ich mich sehr. Ich hoffe, ich kann diese Leistung weiterhin in den Wertungsdurchgängen zeigen, obwohl ich der Meinung bin, dass der Sprung in der zweiten Runde ein bisschen besser hätte sein können – Ich war etwas spät am Schanzentisch.

Dass wir Halvor Egner, der eine unglaubliche Leistung zeigt, in unserem Team haben, macht es für uns etwas leichter. Wenn man einen solchen Springer, der vorne ist, nicht hat, ist es schwieriger, gute Leistungen zu zeigen.Nun freue ich mich sehr auf die USA. Lake Placid sieht sehr gut aus. Es ist toll, dass ich ein Teil des ersten USA-Weltcups nach zwanzig Jahren sein darf. Ich hoffe, wir können dort eine ähnliche Leistung wie heute zeigen."

Ergebnis Herren 05.02.2023

Quelle: SC Willingen

FIS Skisprung Weltcup vom 03.-05. Februar 2023

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