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Lahm: Deutschland soll durch EM 2024 Weltoffenheit zeigen

Archivmeldung vom 12.06.2018

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 12.06.2018 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Andre Ott
Fußball
Fußball

Foto: Sascha Brück
Lizenz: GFDL
Die Originaldatei ist hier zu finden.

Für Philipp Lahm, Kapitän der Weltmeister-Auswahl von 2014, wäre es angesichts des aktuellen politischen Klimas in Deutschland wichtig, wenn das Land die EM 2024 ausrichten dürfte. "Deutschland kann wieder zeigen, dass wir ein weltoffenes Land sind. Europa ist in Deutschland zu Gast", sagte Lahm der "Süddeutschen Zeitung".

"Der Fußball sorgt für unvergessliche Gemeinschaftserlebnisse, und wir brauchen diese Erlebnisse - in Deutschland wie in Europa", sagt Lahm, der als Botschafter der deutschen Bewerbung fungiert. Ein treibender Gedanke bei seinem Einsatz für die EM-Bewerbung ist für Lahm die Erinnerung an die WM 2006, der ersten Weltmeisterschaft, an der er als Spieler teilnahm. Die Begeisterung, die sich damals entfaltete, habe für identitätsstiftende Momente gesorgt - in einer Zeit, die auch nicht sorgenfrei war. "Es ist nun mal so, dass sich eine Gesellschaft nicht nur zum Besseren entwickelt. Denken Sie an die Zeit vor der WM 2006, da hatten wir auch Probleme. Damals ging es los mit der Großen Koalition, wir hatten eine hohe Arbeitslosigkeit... Aber die WM hat die Menschen auch in unserem Land wieder enger zusammengebracht", sagt Lahm.

Einen ähnlichen integrativen Effekt verspreche er sich auch von einer EM in Deutschland. Dass es aktuell einige Probleme in Deutschland und Europa gebe, liege auf der Hand: "Die Flüchtlingsproblematik, der Einzug der AfD in den Bundestag, das ist alles neu", so Lahm. Umso wichtiger sei es, die Menschen wieder miteinander ins Gespräch zu bringen, in den Stadien, beim Public Viewing, beim Grillen. Deutschlands Rivale im Rennen um die EM ist die Türkei. Zuletzt sorgten zwei deutsche Nationalspieler mit türkischen Wurzeln für Aufsehen: Ýlkay Gündoðan und Mesut Özil. Sie hatten sich vor Wochen mit dem türkischen Präsidenten Recip Tayyip Erdoðan ablichten lassen; die Affäre belastet die deutsche WM-Vorbereitung, beim letzten Testspiel gab es Pfiffe.

Lahm wertet das Treffen von Gündoðan und Özil mit Erdogan als unglücklich: "Um die Fußballersprache zu bemühen: Das war ein Fehlpass", sagt Lahm. Gleichwohl: Als Propaganda für den Bewerbungsgegner sah er die Aktion nicht. "Jedenfalls habe ich es nicht so empfunden, dass sie für die türkische und gegen die deutsche Bewerbung waren. Ich glaube auch, dass sich viele türkischstämmige Bürger in Deutschland freuen würden, wenn die EM 2024 bei uns stattfinden würde", sagt Lahm: "Mesut und Ílkay haben auch bei uns hautnah erlebt, wie es 2006 war. Nicht als Spieler, aber als deutsche Bürger, in dem Land, in dem sie gelebt haben. Die Leute, die 2006 erlebt haben, sind immer noch begeistert."

Quelle: dts Nachrichtenagentur

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