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FDP fordert Ausbau des Sprach-Kita-Programms

Archivmeldung vom 01.12.2020

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 01.12.2020 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch André Ott
Bild: Impfkritik.de / bluedesign - fotalia.com
Bild: Impfkritik.de / bluedesign - fotalia.com

Mehr als ein Fünftel aller Kita-Kinder wächst in Haushalten auf, in denen vorrangig kein Deutsch gesprochen wird. Eine spezielle Sprachförderung in einer der von der Bundesregierung geförderten Sprach-Kitas bekommen aber nur die wenigsten von ihnen, wie die Antwort des Bundesfamilienministeriums auf eine Kleine Anfrage der FDP-Fraktion ergab, über die die "Welt" berichtet.

Demnach stammen von den 3,16 Millionen Kita-Kindern knapp 675.000 aus nicht deutschsprachigen Elternhäusern, der Anteil ist in den vergangenen drei Jahren von 18,7 auf 21,4 Prozent gestiegen. Mit dem 2016 aufgelegten Bundesprogramm "Sprach-Kitas: Weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist" können Kitas 25.000 Euro jährlich für eine halbe Fachkraftstelle beantragen. Aktuell würden bundesweit 6.207 halbe Fachkraft-Stellen in 5.980 Sprach-Kitas gefördert, teilte die Bundesregierung auf die Anfrage der FDP-Fraktion mit.

In einer Sprach-Kita wurden 2019 aber bundesweit insgesamt nur 503.209 Kinder betreut. Von ihnen haben 236.202 (47 Prozent) einen Migrationshintergrund. Ein großer Teil der Kinder aus nicht-deutschsprachigen Haushalten profitierten also gar nicht von einer speziellen Sprachförderung. Für die stellvertretende FDP-Vorsitzende Katja Suding ist das ein alarmierender Befund. "Kinder, die zu Hause in ihrer Familie kein Deutsch sprechen, brauchen beim Erlernen der deutschen Sprache Unterstützung, sie haben unsere Hilfe verdient", sagte Suding der "Welt".

"Jetzt kommt heraus, dass die Sprach-Kitas den Großteil der Kinder, die diese Förderung so sehr brauchen, überhaupt nicht erreichen." Die immer wiederkehrenden Betreuungsausfälle während der Corona-Pandemie hätten das Problem zudem noch weiter verstärkt, warnt Suding. Rein rechnerisch kämen auf jede der geförderten 6.207 halben Stellen schon jetzt 81 Kinder. Die geförderten Stellen seien deshalb maximal eine gut gemeinte Verstärkung. "Aber wir brauchen mehr. Der Zugang zur Sprachförderung darf für ein Kind kein Glücksfall sein, er muss die Regel sein." Suding sprach sich deshalb für eine Ausweitung des Bundesprogramms aus. "Sprach-Kitas sind sehr erfolgreich, wir brauchen noch viel mehr davon, mit verfügbaren Plätzen für besonders bedürftige Kinder. Hier muss dringend aufgestockt werden, bei diesen so wichtigen Investitionen in die Zukunft der nächsten Generationen darf nicht gespart werden."

Quelle: dts Nachrichtenagentur

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