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Kujat: Von der Leyens Bundeswehr-Attraktivitätsoffensive "grotesk"

Archivmeldung vom 30.05.2014

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 30.05.2014 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Deutsche Soldaten mit G36.
Deutsche Soldaten mit G36.

Lizenz: Public domain
Die Originaldatei ist hier zu finden.

Der ehemalige Generalinspekteur der Bundeswehr, Harald Kujat, hat die Attraktivitätsoffensive von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) als "grotesk" bezeichnet: "Da sind echte Laien am Werk. Von der Leyen hat ganz offensichtlich keine Ahnung vom Militär", sagte Kujat dem Nachrichtenmagazin "Focus". Die Ministerin komme ihm vor, "wie eine gute Hausfrau, die ihre Kinder versorgt".

Von der Leyen solle sich lieber um die wirklich wichtigen Dinge kümmern. "Soldaten brauchen eine vernünftige Ausrüstung. Das macht den Soldatenberuf sicherer und damit attraktiv." Für die Idee der Ministerin, Führungspositionen künftig auch mit Teilzeitstellen zu besetzen, hat der General a.D. kein Verständnis. "Ein Kompaniechef kann nicht halbtags führen", sagte Kujat. "Die Verantwortung eines Vorgesetzten ist nicht teilbar". Kujat fügte noch eine nicht ganz ernst gemeinte Empfehlung hinzu: "Die Ministerin sollte noch Wecker anschaffen, bei denen statt einem Klingeln nur Meeresrauschen und Vogelgezwitscher ertönt." Das sei für die Soldaten sicher nervenschonender als mit Pfeifen und Gebrüll zum morgendlichen Antreten bewegt zu werden. Von der Leyen hat eine umfangreiche Agenda zur Steigerung der Attraktivität der Bundeswehr vorgelegt. Das Konzept sieht unter anderem eine wohnlichere Gestaltung der Stuben, aber auch Telearbeit und Führen in Teilzeit vor.

SPD-Wehrexperte mahnt von der Leyen zu Vorsicht bei Versprechungen

Der SPD-Wehrexperte Rainer Arnold hat an Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) appelliert, vorsichtig bei Versprechungen über "Wohlfühl-Kasernen" zu sein. "Man darf Erwartungen nicht enttäuschen", sagte Arnold der "Leipziger Volkszeitung". Er nannte in diesem Zusammenhang das "vermessene Versprechen" der Ministerin, die Bundeswehr zu einem der attraktivsten Arbeitgeber in Deutschland zu machen. Dafür sei die private Arbeitgeberkonkurrenz, beispielsweise bei Bosch, viel zu groß. Das Ministerium hat sein Attraktivitätsprogramm für Kasernen fertig entwickelt, schreibt die Zeitung. Arnold erinnerte daran, dass es bereits aus früheren Jahren das "Kasernenprogramm 2000" gebe, mit dem den Soldaten versprochen worden sei, pro Stube nur noch zwei Soldaten unterzubringen, allen eine schnelle Internetverbindung sowie den Bediensteten gute Sanitärtrakte für kleine Einheiten bereit zu stellen. "Das Programm ist bis heute nicht fertig umgesetzt", sagte Arnold. Er erkenne aber an, dass die Ministerin "das Prinzip beherrscht, `Tue Gutes und rede darüber`". Arnold kritisierte, dass das Programm zu den "Kuschelkasernen" in der Öffentlichkeit bereits jetzt kursiere, obwohl die Koalitionsfraktionsexperten erst am kommenden Montag von der Ministerin darüber unterrichtet werden sollen. Es sei "ein Ärgernis, dass wir aus der Zeitung die Details erfahren", beklagte Arnold. Grundsätzlich begrüßte Arnold aber verbesserte Lebens- und Arbeitsbedingungen für die Truppe. "Schon jetzt erlebe ich bei vielen Besuchen an Standorten, dass darüber geklagt wird, die neuausgerichtete Bundeswehr habe zur verschlechterten Qualität beim Nachwuchs geführt." Die SPD wolle aber nicht, "dass wir nach zehn Jahren mit einer ganz anderen Armee dastehen". Für ihn sei "die beste Maßnahme zur Attraktivitätssteigerung bei der Bundeswehr, dass wir den Standorten mehr Luft verschaffen". Das setze aber "eine Reform der Reform von Thomas de Maizières Politik der radikalen Standortschließungen vo! raus".

Quelle: dts Nachrichtenagentur

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