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Scholz im Interview: "Die Lage in unserem Land wird nicht besser, wenn jeden Tag irgendwer weitere nervöse Vorschläge vorbringt."

Archivmeldung vom 15.02.2021

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 15.02.2021 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch André Ott
Olaf Scholz (2021)  Bild: WELT Fotograf: WeltN24 GmbH
Olaf Scholz (2021) Bild: WELT Fotograf: WeltN24 GmbH

Finanzminister Olaf Scholz (SPD) äußert sich am Montag im Interview mit dem Nachrichtensender WELT zu den weiteren Schritten der Länder in der Pandemie sowie zur Aussage von Bundestagsvizepräsident Wolfgang Kubicki (FDP) zu möglichen gewalttätigen Reaktionen auf die anhaltenden Maßnahmen.

WELT Nachrichtensender (Tatjana Ohm):

Sie sprechen bereits von einem klaren Plan. Wenn man sich aber so umschaut, ja, einige Ministerpräsidenten haben da was vorgelegt, Malu Dreyer zum Beispiel, auch oben aus dem hohen Norden von Herrn Günther ist was gekommen. Aber von Seiten der Bundesregierung in Zusammenarbeit ist eben noch überhaupt nichts klar. Aus Ihrer Sicht: Was kommt denn da als Nächstes? In welcher Reihenfolge wird wann was geöffnet werden? Was wollen Sie?

Olaf Scholz:

Ich finde es richtig, dass alle sich verabredet haben, dass das bei dem nächsten Treffen weiter konkretisiert werden wird und der nächste Schritt ist ja schon auch gezeichnet, nämlich wenn sich die Infektionswerte weiter verbessern, soll es Öffnungen geben im kulturellen Bereich zum Beispiel, Museen oder bei den Geschäften. Und es ist auch gesagt, dass die nächsten Schritte dann beschrieben werden sollen. Ich glaube, wenn man ein solches Vorgehen verabredet hat, sollte man sich auch dranhalten. Die Lage in unserem Land wird nicht besser, wenn jeden Tag irgendwer weitere nervöse Vorschläge vorbringt. Ich glaube, dass wir gute Vorarbeiten haben von den Ministerpräsidenten und diese fließen dann ja ein in die gemeinsame Diskussion und das Ergebnis, dass wir dann ja bald haben werden.

WELT Nachrichtensender (Tatjana Ohm):

Herr Scholz, ich weiß nicht wie viel Sie mitbekommen von der Stimmung draußen im Land, wie es bei Ihnen im Familien-, Bekanntenkreis aussieht, aber die Nerven liegen bei wirklich vielen blank. Herr Kubicki von der FDP warnt sogar, dass diese Teil-Depression, so nennt er es, dann in Wut umschlagen könnte und diese Wut dann in Gewalttätigkeiten. Fürchten Sie das auch?

Olaf Scholz:

Weiß nicht, ob das ein verantwortungsvoller Beitrag ist, sich so zu äußern, aber viel wichtiger ist, dass wir uns immer im Klaren sind über die Situation. Klar ist, dass die Pandemie jetzt schon sehr sehr lange dauert und dass das natürlich für uns alle zu einer Situation führt, in der wir gerne hätten, dass das lieber früher als später zu Ende ist und wir morgen wieder unser gewohntes Leben führen können. Wir müssen aber noch vorsichtig bleiben und deshalb ist es wichtig, dass wir Entscheidungen treffen, dass wir uns vor denen nicht drücken, dass wir auch entsprechend die nächsten Schritte beschreiben, so wie wir das eben miteinander diskutiert haben und dass wir immer transparent, offen und ehrlich sprechen - denn das ist, glaube ich, das Schlimmste, was man in dieser Situation machen kann, wenn man Dinge sagt, die dann hinterher nicht stimmen. Und ich bin deshalb für eine solche offene, transparente Diskussion. Dann werden wir als Bürgerinnen und Bürger gemeinsam, trotz all der Herausforderungen, die damit verbunden sind, das auch weiter schaffen, unseren Beitrag für das Zusammenleben zu gewährleisten und sicher zu stellen, dass möglichst wenige angesteckt werden und wir die Gesundheit vieler Bürgerinnen und Bürger und auch viele Leben schützen können. Vergessen wir nicht, es sind über 60.000 Menschen mittlerweile gestorben an Corona und, das glaube ich, ist etwas, was niemand außer Acht lassen sollte, wenn er über die Fragen diskutiert, die uns jetzt so umtreiben.

Quelle: WELT (ots)


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