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Kanzleramtschef: Schutz aller Heimbewohner "nicht realistisch"

Archivmeldung vom 22.01.2021

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 22.01.2021 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch André Ott
Rentner sterben sehr viel schneller durch Isolation und Vereinsamung. Warum wird dies gefordert? (Symbolbild)
Rentner sterben sehr viel schneller durch Isolation und Vereinsamung. Warum wird dies gefordert? (Symbolbild)

Bild: Eigenes Werk /OTT

Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) geht nicht davon aus, dass es möglich ist, alle Senioren und Heimbewohner bei hohen Infektionszahlen vor dem Coronavirus zu schützen. In Deutschland gehörten rund 30 Millionen Menschen zur vulnerablen Gruppe, an die derzeit FFP2-Masken ausgegeben würden, sagte der CDU-Politiker dem "Spiegel".

Und weiter: "All diese Menschen perfekt vor einem hohen Infektionsgeschehen zu schützen ist schlicht nicht realistisch." Braun verteidigte sich gegen Vorwürfe, die Bundesregierung habe angesichts hoher Opferzahlen beim Schutz der Pflegeeinrichtungen versagt. "Wir haben frühzeitig mit den Ländern über Hygienekonzepte gesprochen, FFP2-Masken in die Heime geschickt und Schnelltests vorgeschrieben. Trotzdem können wir sie offenkundig nicht so schützen, dass das Virus dort nicht hineingetragen werden kann", sagte Braun.

Bereits im April sei mit den Ländern vereinbart worden, dass jede Einrichtung ein professionelles Hygienekonzept umsetzen müsse. "Im Sommer schien es so, dass sich die Fallzahlen - auch in den Heimen - auf einem niedrigen Niveau stabilisieren würden. Im Oktober haben wir dann gelernt, dass kein Konzept ausreichend ist, wenn die Infektionszahlen in der Gesamtbevölkerung zu stark steigen", sagte der Staatsminister. Die Personalknappheit in der Pflege sei schon vor Corona ein Problem gewesen, sagte Braun. "Wir haben in der Legislaturperiode viel unternommen, um dagegen vorzugehen, vieles wirkt jedoch nicht von heute auf morgen. Durch Corona ist die zusätzliche Arbeitsbelastung extrem kurzfristig aufgetreten."

Quelle: dts Nachrichtenagentur


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