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NRW-Wirtschaftsminister Pinkwart will CO2-Zertifikate für Verkehr und Heizungsmarkt und dafür Stromsteuer abschaffen

Archivmeldung vom 07.05.2019

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 07.05.2019 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Andre Ott
Konsens in der CO2 Frage? Fehlanzeige! (Symbolbild)
Konsens in der CO2 Frage? Fehlanzeige! (Symbolbild)

Bild: Unbekannt / Eigenes Werk

Der nordrhein-westfälische Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) schlägt CO2-Zertifikate auch für die Wirtschaftssektoren Verkehr und Heizungsmarkt vor. "So können wir die Mengen an CO2-Ausstoß exakt steuern und die Anpassungen der Akteure dem Markt überlassen", sagte der Minister der Düsseldorfer "Rheinischen Post".

Eine CO2-Steuer und neue Klima-Regulierungen lehnt der FDP-Politiker ab. "Wir dürfen den Klimaschutz nicht  wie Umweltministerin Schulze planwirtschaftlich organisieren, sondern müssen als marktwirtschaftliches Instrument den Preis nutzen, um unsere Klimaziele zu erreichen", sagte der FDP-Politiker weiter. Bislang beteiligt sich nur die Industrie am Zertifikate-System der Europäischen Union, wonach Energieversorger und große Industriekonzerne für jede Tonne des klimaschädlichen Gases Kohlendioxid, die sie ausstoßen, ein EU-Zertifikat erwerben müssen.

Diese Zertifikate können gehandelt werden, zurzeit liegt der Preis bei gut 20 Euro pro Tonne. Eine Übertragung des CO2-Handelssystems auf die Bereiche Mobilität und Wärme würde nach Berechnungen des Ministeriums die Verbraucher mit jährlich 9,5 Milliarden Euro belasten. Um eine aufkommensneutrale und unbürokratische Finanzierung zu gewährleisten, schlägt Pinkwart darüber hinaus die faktische Abschaffung der Stromsteuer sowie die Verminderung der Heizöl- und Heizgassteuer vor. "So bekommen wir eine sozialverträgliche Lösung ohne Umverteilungsbürokratie, die die Verbraucher unter dem Strich nicht zusätzlich belastet", erläuterte der liberale Politiker.

Allein die Stromsteuer schlägt derzeit ungefähr sieben Milliarden Euro zu Buche. Sollte die Reduzierung der Heizölsteuer nicht ausreichen, könne der Verbraucher auch bei der Umlage zur Förderung der erneuerbaren Energien entlastet werden. Die kostet derzeit rund 23 Milliarden Euro. "Wir könnten Neuanlagen in diesem Bereich künftig allein über den Bundeshaushalt finanzieren", fordert der FDP-Minister. Die Zertifikate könnten von den Anbietern von Treibstoffen erworben und gehandelt werden. "Es muss nicht jeder Autofahrer oder Hauseigentümer die notwendigen Zertifikate besorgen", betonte der Minister. Das System könnte laut Pinkwart im Januar 2021 starten.

Quelle: Rheinische Post (ots)

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