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bpa warnt bei Pflege: "In sechs Monaten werden Versorgungsengpässe unübersehbar"

Archivmeldung vom 02.02.2018

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 02.02.2018 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch André Ott
Bild: Maren Beßler / pixelio.de
Bild: Maren Beßler / pixelio.de

Wenn zum 1. August 2018 die Übergangsfrist zur Umsetzung neuer Bauvorschriften in der stationären Altenpflege in NRW endet, werden spürbar zunehmend Heimplätze in NRW fehlen. Davor warnte der Landesvorsitzende des Bundesverbandes privater Anbieter sozialer Dienste e.V. (bpa). "Viele Einrichtungen haben in den vergangenen Jahren intensiv an der Umsetzung der neuen Vorschriften gearbeitet und zum Beispiel die Zahl der Einzelzimmer gesteigert. Das ist eine Leistung, die viel Energie und millionenschwere private Investitionen erfordert hat", sagte Christof Beckmann auf dem heutigen Jahresempfang des Verbandes in Düsseldorf.

In einigen Häusern sei die Umsetzung der neuen Vorgaben jedoch schlicht nicht möglich gewesen. "Diese oft alteingesessenen und gut angenommenen Heime stehen ab dem 1.8. nach und nach vor dem Aus. In genau sechs Monaten werden die Versorgungsengpässe also Stück für Stück unübersehbar." Beckmann forderte von der Landesregierung erneut Augenmaß bei der Umsetzung der neuen Bauvorschriften. "Pflegebedürftige und ihre Angehörigen dürfen es nicht noch schwerer haben, einen dringend benötigten Heimplatz zu finden."

Gleichzeitig kritisierte der bpa-Landesvorsitzende große Unsicherheiten für die Einrichtungen in NRW, die in einem angemieteten Gebäude betrieben werden und für die es künftig keine angemessene Refinanzierung mehr gibt. "Rund 1.000 Pflegeheime in NRW wissen spätestens ab dem übernächsten Jahr nicht mehr, wie sie ihre Mieten erwirtschaften sollen." Hier drohe die nächste Schließungswelle, wenn die Landesregierung die oftmals langfristigen Mietverpflichtungen nicht vollständig berücksichtige.

Er spüre in den derzeit laufenden Gesprächen mit der Politik aber zunehmendes Verständnis für die Belange der Einrichtungen, sagte Beckmann. "Mittlerweile dürfte allen politisch Verantwortlichen klar sein, dass die Pflegeheime einen verlässlichen Vertrauensschutz für ihre bisher anerkannten Mietaufwendungen über die volle Laufzeit ihrer Verträge benötigen." Die bpa-Landesgruppe NRW hatte rund 250 Gäste aus Pflege, Politik, Verwaltung sowie von den Kostenträgern zum traditionellen Jahresempfang in die Düsseldorfer Geschäftsstelle geladen.

Quelle: bpa - Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e.V. (ots)

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